Thunder Force V
Thunder Force V gehört zu den Höhepunkten der Reihe, die das Studio Technosoft seit Mitte der Achtziger aufgebaut hat, und die Saturn-Version von 1998 kam als späte, praktisch nur in Japan erschienene Ausgabe des Spiels heraus, das ein Jahr zuvor auf der PlayStation debütierte. Der Spieler steuert einen schnellen Kampfjet durch sieben abwechslungsreiche Etappen, die klassisches horizontales Scrolling mit Passagen abwechseln, bei denen das Schiff direkt von der Kamera weg durch Tunnel, Schluchten und Industriekomplexe fliegt. Die zentrale Mechanik bleibt das System eines Satellitenpaars namens Claw, das in mehrere Formationen gebracht werden kann, um Winkel und Dichte des Feuers je nach Situation zu verändern, ergänzt durch die Wahl aus vier unterschiedlichen Hauptwaffen mit jeweils eigenem Feuercharakter, was dem Spiel einen deutlich taktischeren Anstrich verleiht als bei reinen Shootern.
Die Saturn-Version bewältigte die technisch anspruchsvollen 3D-Passagen überraschend gut, auch wenn es in den intensivsten Momenten zu leichten Bildraten-Einbrüchen kommt; das wird durch scharfe Sprite-Grafik, detailliert gezeichnete Hintergründe und einen dichten, synthesizerlastigen Soundtrack ausgeglichen, der zu den bestbewerteten der gesamten Serie zählt und bis heute auf Fan-Listen der besten Spielemusik der Neunziger auftaucht. Die Atmosphäre verbindet Space Opera mit industrieller Ästhetik, und das Spiel lässt nie im Tempo nach – selbst im niedrigsten Schwierigkeitsgrad ist es ein ehrlicher Test für Reflexe und Gedächtnis bei Gegnermustern, ganz zu schweigen von den höheren Schwierigkeitsgraden für echte Genre-Fans. Die zeitgenössische Aufnahme war in Japan warm, wenn auch durch die regionale Exklusivität begrenzt, und unter Genre-Fans hält Thunder Force V bis heute den Ruf eines der ausgefeiltesten horizontalen Shooter der 32-Bit-Konsolengeneration, vergleichbar sogar mit der späteren Fortsetzung auf dem Dreamcast. Heute gelangen Spieler meist über Emulation oder teurere Sammlerkopien daran, aber wer die Einstiegshürde überwindet, findet ein Spiel, das überraschend gut gealtert ist und noch immer durch präzise Steuerung und durchdachtes Level-Design begeistert.
Warum spielen: Für Fans schneller Weltraum-Shooter, die scharfe Sprite-Grafik und einen der bestbewerteten Soundtracks der gesamten Serie zu schätzen wissen, auch wenn in den intensivsten Passagen mit leichten Verlangsamungen zu rechnen ist.
Spiel 74 von 90 für SEGA Saturn