Zenith: The Last City
Zenith: The Last City ist ein massiv-multiplayer RPG, das in die virtuelle Realität übertragen wurde und 2021 vom Studio Ramen VR auf Quest 2 erschien. Der Spieler erstellt eine eigene Figur, durchstreift eine Fantasy-Welt inmitten der Trümmer einer untergegangenen Zivilisation und erfüllt Seite an Seite mit Hunderten anderer Spieler Quests, handelt auf Marktplätzen, verbessert seine Ausrüstung und nimmt an Gruppen-Bosskämpfen gegen gewaltige Gegner teil. Der Kampf erfolgt rein über Handbewegungen – ein Bogenschütze spannt die Sehne mit einer echten Geste, ein Magier wirkt Zauber durch das Schwingen der Handflächen, und ein Krieger schlägt mit dem Schwert zu, wie er es in Wirklichkeit tun würde, was den Kämpfen eine ungewöhnliche Körperlichkeit verleiht, die ein klassisches MMO auf einem flachen Bildschirm nie bieten konnte. Zum Spiel gehören auch soziale Räume, in denen Spieler einfach herumstehen, handeln und weitere Expeditionen planen, ähnlich wie in den Hubs klassischer MMORPGs.
Technisch war dies ein gewagtes Projekt: Eine persistente Online-Welt mit Dutzenden gleichzeitig anwesenden Avataren auf dem mobilen Chip der Quest aufrechtzuerhalten war keine leichte Aufgabe, und der Launch war von überlasteten Servern, Framerate-Einbrüchen und Ausfällen begleitet, was das ansonsten ambitionierte Konzept zunächst überschattete. Visuell setzt das Spiel auf bunte, stilisierte Fantasy-Grafik mit offenen Landschaften, Ruinen und unterirdischen Verliesen, ergänzt durch atmosphärische Orchestermusik, die eher das Gefühl einer weitläufigen gemeinsamen Welt als das eines einsamen Abenteuers unterstreicht.
Trotz des holprigen Starts erarbeitete sich Zenith nach und nach den Ruf eines der wenigen wirklich sozialen RPG-Erlebnisse auf der Quest-Plattform, und durch fortlaufende Updates haben sich sowohl Stabilität als auch Inhaltsumfang spürbar verbessert. Heute dient es als interessante Erinnerung daran, wie anspruchsvoll es ist, das Genre MMORPG in mobile VR zu übertragen, und zugleich als eine der wenigen Möglichkeiten, sich auf dem Headset ein langfristiges gemeinsames Abenteuer mit fremden Spielern aus aller Welt zu gönnen, statt kurzer Arcade-Matches.
Warum spielen: Für Spieler, die sich nach einem langfristigen sozialen Abenteuer in VR mit Fremden aus aller Welt sehnen, auch wenn man mit einem holprigen Start rechnen muss, der sich durch spätere Updates spürbar verbessert hat.
Spiel 39 von 56 für Meta Quest