Journey
Journey wurde von thatgamecompany geschaffen, einem Studio, das sich bereits mit den meditativen Titeln Flow und Flower einen Ruf erarbeitet hatte, als kurze, aber außergewöhnlich emotionale Reise ohne ein einziges Wort, ohne Dialoge oder irgendeinen Text, der die Handlung erklärt. Eine in einen roten Mantel gehüllte Gestalt durchquert eine endlose Wüste in Richtung eines Lichtstrahls, der von einem fernen Berg ausgeht, wobei Gehen, Springen und kurzes Gleiten mittels eines sich verlängernden Schals, den die Figur aus verstreutem altem Stoff sammelt, die einzigen Fortbewegungsarten sind. Die Steuerung passt auf zwei Tasten, und das Spiel erklärt nie, was der Spieler tun soll - die Richtung wird ausschließlich durch die Komposition der Landschaft und das Licht am Horizont vorgegeben.
Ein völlig einzigartiges Element ist die anonyme Online-Zusammenarbeit - der Spieler trifft während seiner Reise zufällig auf andere echte Spieler, ohne Möglichkeit eines Text- oder Sprachchats, wobei das einzige Kommunikationsmittel ein musikalischer Ton ist, was ein unerwartet intimes Band zwischen Fremden schafft, die denselben Weg teilen. Da die Namen der Mitspieler erst im Abspann erscheinen, bleibt der Begleiter die ganze Zeit über eine anonyme Silhouette, zu der die Spieler dennoch eine überraschend starke Bindung aufbauen. Der visuelle Stil mit wallendem Sand, der einer Wasseroberfläche ähnelt, und der orchestrale Soundtrack von Austin Wintory, später für einen Grammy nominiert, verstärken die emotionale Wirkung des rund zweistündigen Erlebnisses.
Die Kritik überschüttete das Spiel trotz seiner ungewöhnlich kurzen Länge und dem Fehlen traditioneller Spielziele mit einer beispiellosen Zahl an Auszeichnungen als Spiel des Jahres, und Journey wurde zu einem der zentralen Argumente in der damaligen Debatte darüber, ob Videospiele Kunst sein können. Die remasterte Version für die PlayStation 4 von 2015 brachte das Spiel einer neuen Generation von Spielern in höherer Auflösung und mit flüssigerer Bildrate. Bis heute wird es als Beweis dafür angeführt, dass Videospiele Geschichten in einer rein emotionalen statt textbasierten Sprache erzählen können, und als Titel, der an einem einzigen Abend durchgespielt werden kann, aber jahrelang in Erinnerung bleibt.
Spiel 44 von 278 für Sony PlayStation 4