Tales of Vesperia
Tales of Vesperia erschien 2008 als exklusiver Titel für die Xbox 360 und wurde zu einem der letzten großen JRPGs, das Besitzer der Microsoft-Konsole damals genießen konnten, ohne auf eine japanische Version zurückgreifen zu müssen. Das Spiel aus der berühmten Tales-of-Reihe bietet ein Action-Kampfsystem, das sich in Echtzeit auf einer gedachten 2D-Achse abspielt, eine ausgefeilte Geschichte um den Söldner Yuri Lowell und seine Reise durch die Welt von Terca Lumireis sowie die für die Reihe typische Mischung aus Humor, Freundschaft und dunkleren Themen. Im Verlauf der Reise schließen sich der Gruppe nach und nach Figuren an, jede mit einem eigenen Arsenal an Zaubern und Kombos, die sich im Kampf flüssig aneinanderreihen lassen.
Ein Jahr später, im September 2009, erschien das Spiel auch auf der PlayStation 3 - allerdings nur in Japan. Dabei handelte es sich nicht um eine bloße Übertragung: Die Entwickler von Namco Tales Studio erweiterten die Version um zwei neue spielbare Figuren, Flynn Scifo und Patty Fortune, fügten mehrere Stunden zusätzliche Story sowie neue animierte Zwischensequenzen des Studios Production I.G. hinzu und passten die Balance des Kampfsystems an, einschließlich neuer Fähigkeiten für bestehende Figuren. Paradoxerweise verlor die PS3-Fassung dabei jedoch die englische Synchronisation - vertont wurde nur auf Japanisch, was sie für Spieler außerhalb Asiens ohne Sprachkenntnisse faktisch unzugänglich machte, selbst wenn sie sich physisch eine Importkopie besorgt hätten.
Die Xbox-360-Version blieb somit über viele Jahre die einzige, die Fans außerhalb Japans ohne Sprachbarriere spielen konnten, während der reichhaltigere Inhalt der PS3-Fassung lange ein Privileg des japanischen Markts blieb und ausländische Fans, die das Geschehen nur aus der Ferne über Internetforen und Videos von Importkopien verfolgten, vor Neid erblassen ließ. Der erweiterte Inhalt erreichte internationale Spieler erst ein Jahrzehnt später in Form der separat veröffentlichten Definitive Edition, die allerdings einen anderen, neueren Titel darstellt, der auf modernerer Hardware basiert und über vollständige englische Synchronisation des neuen Inhalts verfügt.
Diese Diskrepanz zwischen den Versionen wird bis heute als Beispiel dafür angeführt, wie japanische Publisher in jener Ära mit regionalen Unterschieden umgingen - während sie für das heimische Publikum eine erweiterte Version vorbereiteten, mussten ausländische Spieler jahrelang warten, bis sie auf offiziellem Weg und in einer ihnen verständlichen Sprache Zugang zu demselben Inhalt erhielten.
Warum spielen: Für JRPG-Fans ist es ein interessantes Beispiel dafür, wie japanische Publisher in jener Ära mit regionalen Unterschieden umgingen - ausländische Spieler mussten noch viele Jahre auf den vollen Inhalt warten.
Spiel 171 von 293 für Sony PlayStation 3