Resistance 2
Resistance 2 knüpft an den ersten Teil der Trilogie an und treibt die alternative Invasionsgeschichte der außerirdischen Chimera in noch epischere Dimensionen. Der Spieler übernimmt erneut die Rolle des Soldaten Nathan Hale, dessen Körper mit dem Chimera-Virus infiziert ist und sich allmählich in etwas zwischen Mensch und dem Feind verwandelt, gegen den er kämpft. Die Kampagne verlässt diesmal Europa und führt durch verwüstete amerikanische Städte von San Francisco bis Chicago, wo der Spieler nach und nach erfährt, wie katastrophal die Invasion die Vereinigten Staaten getroffen hat und wie verzweifelt die Verteidigung der Reste der Menschheit ist. Dem Spieler stellen sich auch riesige Bosse entgegen, die der Serie ein echtes Gefühl von Bedrohung und Ausmaß verleihen, wie es damalige Shooter selten boten, und die Kämpfe gegen sie zählen zu den denkwürdigsten Momenten des Spiels.
Das Gameplay basiert auf einem klassischen FPS-Fundament, angereichert durch eine begrenztere gleichzeitige Waffenauswahl, was den Spieler zu taktischeren Entscheidungen drängt als im offener angelegten ersten Teil. Das Waffenarsenal kombiniert irdische Waffen mit merkwürdigen Chimera-Technologien, die unkonventionelle Wege zur Ausschaltung von Gegnern ermöglichen, etwa Schüsse um Ecken oder das Verlangsamen der Zeit. Großer Wert wurde auf einen Acht-Spieler-Koop-Modus mit eigener, parallel zur Hauptgeschichte laufender Kampagne gelegt sowie auf einen umfangreichen Online-Mehrspielermodus für bis zu sechzig Spieler, ein für Konsolen jener Zeit ungewöhnlicher Umfang, der zeigte, wohin sich das Online-Spielen auf der PS3 entwickeln konnte. Insomniac Games nutzte die Leistung der Konsole, um weitläufige Schlachtfelder und Massenkämpfe mit vielen Gegnern gleichzeitig auf dem Bildschirm darzustellen, ohne dass das Spiel an Flüssigkeit einbüßte.
Die Atmosphäre lebt von einer düsteren Vision eines besetzten Amerikas und einer industriellen, bedrückenden Musik, die die Hoffnungslosigkeit des Widerstands gegen die Übermacht unterstreicht, während sich die Optik zwischen zerstörten Großstädten und dunklen unterirdischen Komplexen abwechselt. Zeitgenössische Kritiken lobten vor allem die Bossfights, die Vielfalt der Umgebungen und die Mehrspielerkomponente, auch wenn manche Fans des ersten Teils den geteilten Bildschirm im Koop-Modus vermissten, den der zweite Teil ausschließlich durch Online-Spiel ersetzte. Im Kontext des Genres war dies einer der ambitionierteren Konsolen-Shooter seiner Generation, der zeigte, dass auch eine exklusive Konsolenreihe im Umfang mit großen Multiplattform-Hits mithalten konnte. Bis heute wird es als technisch wie inhaltlich solide Fortsetzung in Erinnerung behalten, die es verstand, mit dem großen Maßstab ihrer Welt zu arbeiten und den Spielern eine bunte Mischung aus Action, Atmosphäre und Teamarbeit zu bieten.
Warum spielen: Fans düsterer Sci-Fi-Shooter werden von der düsteren Atmosphäre eines besetzten Amerikas, ausgefeilten Bossfights und einem umfangreichen Mehrspielermodus angezogen, auch wenn Fans des ersten Teils den geteilten Bildschirm im Koop-Modus vermissen könnten.
Spiel 190 von 293 für Sony PlayStation 3