Wolfenstein 3D
Bevor es Doom gab, gab es Wolfenstein 3D. Und gerade dieser bahnbrechende Shooter, in dem du mit einer Schrotflinte in der Hand und B. J. Blazkowicz auf Befehl aus einer Nazi-Festung fliehst, gelangte auch auf den Atari Jaguar in einer der schönsten Konsolenversionen, die es damals gab. Für die Spieler war es die Möglichkeit, die Geburt eines ganzen Genres direkt auf dem Fernsehbildschirm zu erleben.
Die Spielbarkeit ist rein geradlinig und dadurch umso süchtig machender. Du durchquerst ein Labyrinth aus Gängen, öffnest Geheimtüren, sammelst Schätze und Munition und mähst Wachen, Hunde und bizarre Bosse nieder. Kein Springen, keine Höhenebenen, nur reine schnelle Action und die Suche nach dem Weg hinaus. Die Version für den Jaguar fügte verbesserte Grafik, neue Details und einen flüssigen Ablauf hinzu, was sie zu einer überdurchschnittlichen Umsetzung des Klassikers machte.
Das originale Wolfenstein 3D schuf das Studio id Software im Jahr 1992 und startete damit praktisch die Ära der modernen Ego-Shooter. Die Portierung für den Jaguar erschien 1994 und profitierte, ähnlich wie bei Doom, von der Beteiligung der Entwickler von id Software. Die Atari-Konsole konnte sich so gleich mit zwei grundlegenden Titeln dieses Genres direkt von ihren Urhebern brüsten.
Kulturell ist Wolfenstein 3D ein nicht zu übersehender Meilenstein. Es popularisierte das Shareware-Vertriebsmodell, lehrte Spieler auf der ganzen Welt, das Schießen aus der Ego-Perspektive zu lieben, und öffnete die Tür für alles, was nach ihm kam. Die Marke Wolfenstein hat ihre Wurzeln schon in den achtziger Jahren und lebt bis heute über eine Reihe moderner Fortsetzungen weiter, die an das Erbe dieses Spiels anknüpfen.
Auf dem Jaguar bleibt Wolfenstein 3D ein flotter, spielbarer und historisch wertvoller Klassiker. Es ist ein Titel, bei dem dir bewusst wird, wie weit das Genre seither gekommen ist, und zugleich, wie solide und unterhaltsam seine allerersten Grundlagen waren. Für Fans der Spielegeschichte ist es eine Pflichtstation und für den Jaguar ein weiterer der Titel, an die man sich mit Respekt erinnert.
Warum spielen: Für eine Begegnung mit dem Urvater der modernen Shooter in einer seiner gelungensten Konsolenversionen. Schnelle, saubere und historisch grundlegende Action.
Spiel 5 von 14 für Atari Jaguar
Derselbe Titel woanders (2)
Die PC-Version von 1992 lief unter DOS und konnte Tastatur, Maus und Soundkarten wie AdLib oder Sound Blaster voll ausnutzen, was für flüssige Steuerung und je nach Ausstattung reichhaltigere Musik und Effekte sorgte. Die Portierung für den Atari Jaguar zählte zu den technisch beeindruckendsten Konsolenumsetzungen ihrer Zeit: Dank der leistungsstarken 64-Bit-Hardware lief sie flott und kam dem PC-Original grafisch sehr nahe, wurde aber mit einem Gamepad statt Tastatur und Maus gesteuert, was das Zielen und die Bewegung anders anfühlen ließ. Die Jaguar-Version erschien zudem erst ein Jahr später und musste sich den Beschränkungen der Konsole anpassen, weshalb sie in manchen Details vom PC-Original abweicht. Wer das dem Original nächste Erlebnis mit präziser Maussteuerung sucht, greift zum PC; wer Konsolenkomfort mit solider technischer Leistung will, findet auf dem Jaguar einen der besten Ports.
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