Mayhem in Monsterland
Stell dir das Jahr 1993 vor, als die Welt längst auf Sechzehn-Bit-Konsolen und das Super Nintendo mit dem Mega Drive blickt, und plötzlich erscheint auf dem alternden Commodore 64 ein Plattformer, der aussieht, als würde er die physikalischen Gesetze der Maschine brechen. Dieser Titel ist Mayhem in Monsterland — ein Spiel, das die damaligen Redakteure mit beispiellosen Noten bewerteten und das bis heute als eine der atemberaubendsten technischen Leistungen der gesamten C64-Ära gilt.
Im Kern handelt es sich um einen schnellen, bunten Plattformer, in dem du einen kleinen Dinosaurier namens Mayhem steuerst. Das Ziel ist es, durch flotte Levels zu laufen, Gegenstände zu sammeln und Monsterland seine verlorene Fröhlichkeit zurückzugeben. Das Gameplay baut auf der Geschwindigkeit und Flüssigkeit der Bewegung, die auf Acht-Bit-Hardware absolut außergewöhnlich waren — das Spiel läuft flüssig, die Figur beschleunigt und die ganze Welt strotzt vor Farben, die nach allgemeiner Meinung „nicht gehen sollten".
Hinter diesem Wunder stehen die Brüder John und Steve Rowland unter dem Label Apex, verlegerisch dann Psygnosis. Dasselbe Duo, das hinter der Creatures-Serie stand, führte hier seine Hardware-Kenntnisse zum absoluten Gipfel. Mithilfe raffinierter Programmiertricks schafften sie es, weit mehr Farben auf den Bildschirm zu bringen, als allgemein für möglich gehalten wurde, und hielten dabei eine Geschwindigkeit, die die Spieler eher von Konsolen kannten.
Die Reaktion der damaligen Presse war begeistert, und Mayhem in Monsterland reihte sich sofort unter die am höchsten bewerteten Spiele für den Commodore 64 überhaupt ein. Das Magazin Commodore Format verlieh ihm eine außergewöhnliche Bewertung, und das Spiel taucht beständig an der Spitze der Ranglisten der besten C64-Titel auf. Für viele stellt es den Schwanengesang der Plattform dar — ein Beweis, dass sich selbst am Ende des Lebenszyklus etwas Außergewöhnliches aus dem Acht-Bitter herauspressen ließ.
Kulturell ist es ein Symbol dafür, wozu eine engagierte und technisch brillante Entwicklergemeinschaft fähig war. Mayhem in Monsterland ist nicht nur ein gutes Spiel, es ist eine Demonstration der verborgenen Kraft einer Maschine, die die Welt bereits langsam abschrieb. Genau deshalb erinnern sich Retro-Enthusiasten bis heute mit Respekt und Bewunderung an es.
Warum spielen: Es ist der technisch fortschrittlichste Plattformer für den C64 — ein flottes, buntes und immer noch unterhaltsames Beispiel dafür, was geniale Programmierer aus dem Acht-Bitter herausholen konnten.
Spiel 16 von 121 für Commodore 64