Q*bert
Ein hüpfendes orangefarbenes Wesen mit langer Nase, das in unverständlichem Kauderwelsch flucht — Q*bert gehört zu den niedlichsten und zugleich originellsten Figuren des goldenen Zeitalters der Arcades. Das Spiel der Firma Gottlieb aus dem Jahr 1982 brachte eine Idee, wie sie bis dahin niemand gesehen hatte: ein auf einer isometrischen Würfelpyramide aufgebautes Gameplay.
Die Aufgabe ist trügerisch einfach. Q*bert hüpft über eine aus Würfeln zusammengesetzte Pyramide und ändert mit jedem Aufsetzen die Farbe ihrer Oberseite. Ziel ist es, alle Würfel umzufärben, doch dabei musst du Gegnern ausweichen — der hüpfenden Schlange Coily, Kugeln und weiteren Kreaturen — und nicht über den Rand ins Leere fallen. Die diagonale Steuerung, die nicht den üblichen Joystick-Richtungen entspricht, macht das Spiel zu einer angenehm hirnverdrehenden Herausforderung.
Der Heimport auf dem Atari 2600 stand vor der schweren Aufgabe, die isometrische Perspektive auf sehr bescheidene Hardware zu übertragen. Obwohl er auf einen Teil des visuellen Reichtums des Automaten verzichten musste, bewahrte er den grundlegenden Zauber und die Suchtwirkung der Vorlage und gehörte zu den Titeln, die die genrehafte Vielfalt der Konsolenbibliothek erweiterten.
Q*bert wurde schnell zu einer Ikone der Popkultur. Sein charakteristisches Design und sein niedliches Fluchen brachten ihm eine eigene Zeichentrickserie, Spielzeug und unzählige Anspielungen ein — die kleine Figur trat Jahrzehnte später sogar im Film Ralph reichts 2 und in der Komödie Pixels auf. Nur wenige Arcade-Spiele erlangten eine so breite kulturelle Reichweite.
Die Kombination aus origineller Mechanik, einem sofort erkennbaren Helden und hohem Schwierigkeitsgrad sicherte Q*bert einen festen Platz unter den Klassikern der achtziger Jahre. Es ist ein Titel, der beweist, dass Innovation im Spieledesign nicht nur mehr Geballer und Gegner bedeuten muss.
Warum spielen: Ein origineller Hüpf-Denksport mit einer unvergesslichen Figur — eine diagonale Herausforderung, die Gehirn und Finger fordert und mit ihrem Charme bezaubert.
Spiel 17 von 69 für Atari 2600
Derselbe Titel woanders (2)
Der Gottlieb-Arcade-Automat besaß einen eigenen Sprachsynthese-Chip, mit dem Q*bert in jenen kryptischen Sprechblasen tatsächlich fluchte, und stellte die Pyramide als schattierte, farbige Würfel dar, was dem Bild echte Tiefe verlieh. Die Atari-2600-Version, beschränkt auf die zwei Kanäle des TIA-Soundchips und eine dünne Farbpalette, musste auf die Sprachausgabe ganz verzichten – die Figur piept nur –, und die Würfel wirken flach, ohne Schattierung. Trotzdem zählt sie zu den besseren Umsetzungen ihrer Zeit: Sprünge und Tempo blieben erhalten, nur Bild und Ton bleiben hinter der Arcade-Platine zurück. Wer Q*berts echtes Gemurmel hören will, greift zur Arcade-Version.