Lotus Esprit Turbo Challenge
1990 zeigte das britische Studio Magnetic Fields, wie Rennsport auf dem Amiga aussehen sollte — und definierte ihn in vielerlei Hinsicht für lange Jahre. Lotus Esprit Turbo Challenge war nicht nur ein weiterer Arcade-Renner, sondern eine lizenzierte Hommage an einen ikonischen Sportwagen mit einer Pseudo-3D-Ansicht von hinten, die mit atemberaubender Geschwindigkeit vorwärtspreschte und mit einer Flüssigkeit, die die damalige Konkurrenz nur schwer zustande brachte.
Das Spiel spielt in einer Reihe von Etappen, wo es nicht um den klassischen Zieleinlauf als Erster geht, sondern darum, Kontrollpunkte innerhalb eines Zeitlimits zu durchfahren und in die nächste Runde vorzurücken. Die Strecke windet sich durch Tunnel und Brückenabschnitte, und Wetter wie Tageszeit wechseln, sodass Regen, Nebel oder Nacht wirklich verändern, wie das Auto reagiert. Das Gefühl von Geschwindigkeit war für seine Zeit bemerkenswert und die Lenkung hatte Gewicht — es ging nicht nur darum, das Gaspedal zu drücken, sondern wirklich zu spüren, wie sich der Wagen in den Kurven verhält.
Ein absolutes Kleinod war der Splitscreen für zwei Spieler. Die Möglichkeit, sich neben einen Freund zu setzen und den Bildschirm in zwei Hälften zu teilen, war damals auf einem Heimcomputer ein kleines Wunder, und gerade dieser Modus machte Lotus zum festen Bestandteil von Partys und Schulpausen. Der direkte Wettstreit hatte eine ganz andere Energie als das Spiel gegen den Computer.
Der Entwicklungskontext ist wichtig — mit diesem Titel startete Magnetic Fields eine ganze Reihe. Es folgten die Fortsetzungen Lotus Turbo Challenge 2 und Lotus III: The Ultimate Challenge, wobei jeder Teil das Genre ein Stück weiter voranbrachte und den Ruf des Studios als Spitze des Amiga-Rennsports festigte. Die Serie wurde zu einem der Bezugspunkte, an denen andere Rennspiele auf der Plattform gemessen wurden.
Kulturell gehört Lotus zu den Titeln, die definierten, was der Amiga im Bereich schneller Spiele konnte. Zusammen mit Spielen wie Stunt Car Racer zeigte es, dass ein Heimcomputer den Rennsport nicht abspeisen muss und dass ein Arcade-Erlebnis flüssig, süchtig machend und vor allem geteilt sein kann. Für viele Spieler bleibt Lotus bis heute ein Synonym für die goldene Ära des Amiga und ein Name, der augenblickliche Nostalgie auslöst.
Warum spielen: Flüssiger, süchtig machender Pseudo-3D-Rennsport mit legendärem Zwei-Spieler-Splitscreen — eines der besten Argumente dafür, warum der Amiga eine großartige Spielemaschine war.
Spiel 28 von 121 für Commodore Amiga