Legend of Mana
Die Mana-Reihe zielte immer woanders hin als andere Action-RPGs, und Legend of Mana von 1999 ist der schönste Beweis dafür. Squaresoft schuf ein Spiel, das aussieht wie ein zum Leben erwachtes Aquarellmärchen — jeder Ort ist ein handgemaltes Kunstwerk, und die ganze Welt Fa'Diel setzt der Spieler buchstäblich selbst zusammen, indem er auf einer leeren Karte Artefakte platziert, die aus dem Nichts Städte, Wälder und Verliese erschaffen.
Diese nichtlineare Struktur ist das Herz des gesamten Erlebnisses. Es gibt keinen einzigen festen Handlungsstrang; stattdessen wählt man die Reihenfolge, in der man die drei Hauptbögen und Dutzende Nebengeschichten freischaltet. Die Action-Kämpfe laufen in Echtzeit ab, dazu kann man eigene Waffen schmieden, Feldfrüchte anbauen, Haustiere züchten und mit einem reichhaltigen Gegenstandssystem experimentieren. Das Spiel führt einen nicht an der Hand — es belohnt Neugier.
Gerade für diese Einzigartigkeit und die traumhafte Atmosphäre erlangte Legend of Mana eine treue Kultgemeinde. Es ist kein Spiel für jeden, der eine geradlinige Erzählung sucht, aber wer sich seinem ruhigen, meditativen Rhythmus und der Schönheit der handgezeichneten Welten hingibt, findet einen der eigenständigsten Titel der gesamten PS1-Bibliothek.
Spiel 90 von 215 für Sony PlayStation