Bionic Commando – boxart
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Bionic Commando

Action-platformer 1988 Capcom ⏱ Mittel · ~3–10 Std. 🛡 PEGI 18
Bionic Commando – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Bionic Commando – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Der Held kann nicht springen; die einzige Aufwärtsbewegung ist der Greifhaken des bionischen Arms, der das ganze Spiel definiert.

Was, wenn ein Platformer keinen Sprung hätte? Diese eine, kühne Frage macht Bionic Commando zu einem der eigenwilligsten Actiontitel auf dem NES — einem Spiel, das euch die grundlegendste Fähigkeit nimmt und euch stattdessen etwas weitaus Interessanteres gibt.

Der Held kann nämlich nicht springen. Seine einzige Möglichkeit, sich nach oben und über Abgründe zu bewegen, ist der bionische Arm — ein ausschießbarer Enterhaken, mit dem ihr euch an Plattformen festhakt, über Gegner schwingt und euch buchstäblich durch die Welt zieht. Das klingt nach einer Einschränkung, verändert aber tatsächlich die gesamte Logik des Spiels. Statt gedankenlosem Herumhüpfen müsst ihr jeden Griff planen, die Flugbahn abschätzen und den Raum ganz anders wahrnehmen als in einem gewöhnlichen Platformer.

Die Struktur ist ebenfalls unkonventionell. Ihr rückt über eine in Gebiete unterteilte Karte vor, zwischen denen ihr euch bewegt, kommuniziert per Funk mit Einheiten und infiltriert feindliche Basen. Diese Schicht aus Taktik und Spionageatmosphäre verlieh dem Spiel für seine Zeit einen angenehm ernsteren, militärischen Anstrich, der es von der bunteren Konkurrenz abhob.

Die Grafik ist flott, die Musik eingängig und das Kampfsystem — eine Kombination aus Schießen und geschicktem Schwingen — belohnt den, der lernt, den Arm instinktiv zu beherrschen. Anfangs werdet ihr hilflos auf der Stelle hängen und in Abgründe stürzen, doch sobald euch die Mechanik in Fleisch und Blut übergeht, wird die Bewegung unerwartet fließend und befriedigend.

Bionic Commando ist genau die Art von Spiel, das auf einer einzigen kühnen Idee steht und sie konsequent zu Ende führt. Gerade dadurch erwarb es sich den Ruf einer verborgenen Perle der NES-Bibliothek, und sein Haken wurde zum Vorbild für eine ganze Reihe späterer Spiele.

Warum spielen: Für das unvergessliche Gefühl der Bewegung, die rein auf dem bionischen Haken beruht — sobald ihr euch an das Fehlen eines Sprungs gewöhnt habt, werdet ihr nichts anderes mehr wollen.

Spiel 18 von 120 für Nintendo NES

Derselbe Titel woanders (1)