Rhythm Heaven
Rhythm Heaven erschien 2008 in Japan unter dem Titel Rhythm Tengoku für den Nintendo DS und erreichte ein Jahr später den Westen; entwickelt wurde das Spiel vom internen Nintendo-Studio SPD in Zusammenarbeit mit dem japanischen Team iNiS, das auch hinter Rhythmusspielen wie Osu! Tatakae! Ouendan steht. Statt einer durchgehenden Geschichte bietet es eine Sammlung Dutzender kurzer Minispiele, bei denen der Spieler lediglich per Stylus-Berührung oder mit dem Mikrofon den Takt vorgibt – er klatscht für Affen, boxt im Takt der Schläge, dirigiert singende Figuren oder lässt eine springende Garnele im Rhythmus der Trommeln tanzen.
Jedes Minispiel dauert keine ganze Minute, doch der Schwierigkeitsgrad steigt schrittweise an, und das Spiel bestraft gnadenlos schon die kleinste Abweichung vom Takt – es gibt keine Extrapunkte für Bemühen, nur ein klares Ja oder Nein. Zum wiederholten Spielen motiviert ein Bewertungssystem, das für eine fehlerfreie Darbietung Bonus-Titel, Animationen und sogenannte Endless-Modi freischaltet, in denen der Spieler gegen sich selbst um die längstmögliche Serie erfolgreicher Versuche antritt. Der visuelle Stil ist bewusst einfach und grotesk gehalten, mit einer ausgeprägten japanischen Popästhetik und einem eigenwilligen Sinn für absurden Humor, wodurch jedes Minispiel seinen eigenen Charakter behält, obwohl es mechanisch stets eine Übung im Halten des Takts bleibt.
Die einzelnen Minispiele kehren zudem regelmäßig in sogenannten Remixes zurück, die sie ohne Vorwarnung miteinander vermischen und den Spieler zwingen, blitzschnell zwischen erlernten Mustern zu wechseln, wodurch aus bloßer Wiederholung eine eigene Disziplin wird. Die Einfachheit der Steuerung – im Grunde reicht es, im richtigen Moment eine Taste zu drücken – macht das Spiel zu einer idealen Sache für ein schnelles Spielchen selbst für absolute Nichtspieler, während die Präzision des rhythmischen Designs auch erfahrene Musiker zu schätzen wissen, die im Hintergrund überraschend durchdachte Arrangements entdecken. Auf der damaligen DS-Hardware nutzte das Spiel sowohl den Touchscreen als auch das Mikrofon voll als gleichwertige Steuerungselemente und wurde so ganz natürlich zu einem der Vorzeigetitel, die zeigten, was ein Handheld jenseits klassischer Tastensteuerung leisten kann. Das Spiel stieß später eine ganze Reihe von Fortsetzungen auf Wii und 3DS an, die sich das ähnliche Rezept für Suchtpotenzial bis heute bewahrt haben. Warum spielen: Für ansteckend eingängige Minispiele, die aus einer Rhythmusübung pure Freude machen.
Spiel 43 von 150 für Nintendo DS