Lost Kingdoms
Lost Kingdoms brachte auf dem GameCube eine ungewöhnliche Mischung aus Dungeon-Erkundung und kartenbasiertem Kampfsystem, noch bevor ein Jahr später der erfolgreichere Nachfolger erschien. Der Spieler übernimmt die Rolle von Prinzessin Katia, die mit Hilfe eines magischen Buches in Karten versiegelte Monster beschwören kann, und durchquert mit deren Hilfe gefährliche Dungeons, um ihr Königreich vor einer dunklen Macht zu retten, die das Land verschlingt und seine Bewohner in gehorsame Marionetten verwandelt.
Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab, doch statt direkt anzugreifen, wählt und beschwört der Spieler Karten aus seinem Deck, von denen jede ein anderes Wesen mit eigenen Fähigkeiten, eigener Reichweite und eigenen Einsatzkosten darstellt. Dieses System zählte damals zu den originelleren Ideen auf der Konsole und erforderte durchdachtes Deckbuilding je nach Situation statt Reflexe, denn ein schwach zusammengestelltes Deck konnte selbst leichtere Kämpfe deutlich erschweren, während eine durchdachte Kartenkombination auch anspruchsvollere Abschnitte mühelos meistern ließ.
FromSoftware ergänzte das Spiel um ein System zum Sammeln und Verbessern von Karten, das zu wiederholten Streifzügen durch die Dungeons auf der Suche nach besseren Karten motivierte, sowie um eine düsterere, märchenhafte Atmosphäre, die sich visuell von der damaligen Konkurrenz abhob. Das Spiel blieb zwar eine Nischenerscheinung und ging in den Verkaufszahlen zwischen auffälligeren Titeln unter, legte aber den Grundstein für den ein Jahr später erschienenen, gefeierten Nachfolger, der viele seiner Ideen weiterentwickelte und zu größerer Ausgewogenheit brachte.
Warum spielen: Für die erste Begegnung mit einem einfallsreichen kartenbasierten Kampfsystem, das das Studio später verfeinerte.
Spiel 72 von 104 für Nintendo GameCube