Rez – boxart
DCSEGA Dreamcast

Rez

Rhythm / Shooter 2001 United Game Artists (Tetsuya Mizuguchi) ⏱ Kurz · ca. 1–3 h
Rez – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Rez – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Tetsuya Mizuguchis synästhetischer Rail-Shooter; ein Spiel, das man eher fühlt als spielt.

Manche Spiele will man spielen, andere will man fühlen – und Rez gehört eindeutig zur zweiten Gruppe. Dieser synästhetische Rail-Shooter aus dem Jahr 2001 vom Studio United Game Artists unter der Leitung des Visionärs Tetsuya Mizuguchi fragt nicht nur nach deinen Reflexen, sondern versucht, Sehen, Hören und Tasten zu einem einzigen fließenden Strom von Empfindungen zu verbinden.

Das Prinzip ist auf den ersten Blick schlicht: Du bewegst ein Fadenkreuz über den Bildschirm, nimmst Gegner ins Visier und feuerst Salven von Schüssen ab. Der Zauber liegt aber darin, dass jede Aktion, jeder Treffer und jede Explosion Klang und einen visuellen Effekt im Rhythmus der Musik erzeugt. Im Verlauf der Levels komponierst du durch dein Spielen also buchstäblich einen elektronischen Track – je besser und rhythmischer du spielst, desto reicher und befriedigender die resultierende Klang- und Bildwand.

Die visuelle Seite schöpft aus der abstrakten Kunst, und Mizuguchi machte kein Geheimnis aus seiner Inspiration durch den Maler Kandinsky und die Idee der Synästhesie selbst, also der Verschmelzung der Sinne. Die Welt von Rez ist aus Drahtgittermodellen, leuchtenden Punkten und geometrischen Formen aufgebaut, die zur Musik pulsieren und dich in einen fast tranceartigen Zustand hineinziehen. Es ist ein Erlebnis, das sich den üblichen Kategorien entzieht und eher wie ein interaktives Kunstwerk wirkt.

Zur Zeit seiner Veröffentlichung war Rez seiner Zeit deutlich voraus und wurde zu einem jener Titel, auf die man sich beruft, wann immer die Rede auf Spiele als Kunst kommt. Sein Einfluss ist an einer ganzen Welle späterer Rhythmus- und audiovisueller Spiele spürbar.

Von seiner bleibenden Bedeutung zeugt auch, dass es viel später eine überarbeitete Version, Rez Infinite, mit Unterstützung für virtuelle Realität erhielt, die die ursprüngliche Vision in eine Umgebung trug, für die es von Anfang an wie geschaffen schien. Auf dem Dreamcast aber begann diese ganze bemerkenswerte Reise.

Warum spielen: Ein synästhetischer Shooter, bei dem du durch dein Spielen sowohl Musik als auch Bild komponierst – ein zeitloses, künstlerisch ambitioniertes Werk, das seiner Zeit voraus war und eine ganze Welle von Nachfolgern inspirierte.

Spiel 15 von 54 für SEGA Dreamcast

Derselbe Titel woanders (2)

Die japanische SEGA-Dreamcast-Fassung von 2001 ist die Originalversion und wurde unter anderem durch den Trance Vibrator bekannt, ein spezielles Zubehörteil, das im Takt der Musik vibrierte und das synästhetische Erlebnis des Spiels bis in die Hände der Spieler trug. Die Fassung für Sony PlayStation 2 folgte kurz danach und brachte Rez einem viel größeren Publikum weltweit näher; sie profitierte von der etwas leistungsfähigeren PS2-Hardware und bewahrte damit dieselbe Vision des Spiels ohne Abstriche, nur auf einer populäreren Konsole. Inhaltlich und spielerisch bleibt es im Kern dasselbe Erlebnis — der Hauptunterschied besteht darin, dass die Dreamcast-Fassung das seltenere japanische Original ist, während die PS2-Fassung Rez tatsächlich in die Welt hinausgetragen hat.