Commando
Ein Soldat, ein Maschinengewehr, eine Handvoll Granaten und eine ganze feindliche Armee, die von oben nach unten über den Bildschirm auf Sie zurollt — Commando ist die Essenz des Arcade-Run-&-Gun, direkt aus der Spielhalle ins Wohnzimmer übertragen. Auf dem 8-Bit-Atari bot es genau das, was die Spieler liebten: ein einfaches Prinzip, sofortige Action und eine Schwierigkeit, die einen zwang, es immer wieder zu versuchen.
Spielerisch handelt es sich um einen vertikal scrollenden Shooter, in dem Sie das Schlachtfeld gegen eine endlose Flut von Feinden hinauf vorrücken. Sie schießen mit dem Maschinengewehr in acht Richtungen und werfen eine begrenzte Anzahl von Granaten auf befestigte Nester und Gruppen von Soldaten. Der Schlüssel ist der Rhythmus — ständige Bewegung, das Sparen von Granaten für die richtigen Momente und das Auswendiglernen der Gegnerwellen. Es ist reine Action, aufgebaut auf Reflexen und Ausdauer.
Entwicklungsgeschichtlich handelt es sich um eine Heimportierung eines Arcade-Hits, an der im europäischen Umfeld Verlage beteiligt waren, die Mitte der Achtzigerjahre mit den Marken Elite und Imagine verbunden waren. Ein Automatenspiel auf schwächere Heim-Hardware zu übertragen war damals eine geschätzte Disziplin, und eine gelungene Portierung bedeutete einen großen kommerziellen Treffer, denn die Spieler sehnten sich danach, das Spielerlebnis zu Hause zu haben.
Die kulturelle Bedeutung von Commando liegt darin, dass es zu der Welle von Arcade-Konvertierungen gehörte, die das Heimspielen der Achtzigerjahre definierten. Der Run & Gun mit einem einzigen Helden gegen die Übermacht wurde zu einem Archetyp, an den eine Reihe weiterer Spiele anknüpfte, und Commando wird oft als einer seiner markanten Vertreter erwähnt.
Heute spielen Sie das Spiel im Emulator wie auf dem Original und verstehen sofort, warum es so süchtig machte — das Prinzip ist in einer Sekunde erfassbar, aber die Beherrschung dauert Stunden. Es ist ein idealer Titel für kurze, intensive Dosen Retro-Action und eine Erinnerung an die Zeit, als Arcade-Ports die Heimcomputer beherrschten.
Warum spielen: Für reine, süchtig machende Arcade-Action eines Soldaten gegen die Übermacht, die den Run & Gun der Achtzigerjahre verkörpert.
Spiel 31 von 124 für Atari 800 / 8-bit
Derselbe Titel woanders (3)
Das Arcade-Original profitierte von der Leistung dedizierter Automaten-Hardware — flüssiges vertikales Scrolling, viele Gegner gleichzeitig auf dem Bildschirm und kräftige Farben. Die heimischen 8-Bit-Umsetzungen mussten Abstriche machen: Auf dem Commodore 64 rettete zumindest der SID-Chip ordentliche Musik und Sounds, auch wenn Gegneranzahl und Scroll-Flüssigkeit hinter dem Automaten zurückblieben. Der Atari 800 bot einen ähnlichen Kompromiss mit etwas einfacherer Grafik. Der spätere Port für das Atari 7800 konnte auf den Grafikchip Maria zurückgreifen, der mehr bewegte Sprites ohne Flackern darstellte, wodurch die Action dichter und näher am Arcade-Erlebnis wirkt als bei den älteren 8-Bit-Versionen.