Virtua Fighter 3
Virtua Fighter 3 knüpfte an die bahnbrechende Serie von 3D-Kampfspielen des Studios Sega AM2 an und kam 1996 in die Spielhallen, und zwar auf der damals leistungsstärksten Arcade-Hardware von Sega, dem Model 3. Zu seiner Zeit war es das technologisch fortschrittlichste Kampfspiel auf dem Markt - die neue Hardware ermöglichte detailliertere Charaktermodelle, flüssigere Animationen und vor allem unebenes, geneigtes Arenagelände, das Bewegung und Kampftaktik grundlegend beeinflusste, eine Neuheit für das Genre der Kampfspiele.
Das Gameplay baute auf dem ausgefeilten System aus Ausweichen, Kontern und Schlagkombinationen auf, das die Virtua-Fighter-Serie schon im ersten Teil eingeführt hatte und mit dem dieser Teil weiter experimentierte - Spieler mussten damit rechnen, dass die Neigung des Untergrunds unter ihren Füßen die Reichweite der Schläge und die Bewegungsgeschwindigkeit der Figuren veränderte, und mussten ihre Taktik daher an die jeweilige Arena anpassen. Die Kämpferauswahl baute auf den vorherigen Teilen auf und erweiterte sie um neue Figuren mit eigenen Stilen und Spezialfähigkeiten, die die neu gestalteten Kampfumgebungen nutzten.
Das Model 3 war 1996 eines der leistungsstärksten Arcade-Systeme überhaupt, und Virtua Fighter 3 demonstrierte diese Technik in vollem Umfang - für viele Spieler war es die erste Begegnung mit derart flüssiger 3D-Grafik in einem Kampfspiel. Der Teil erwarb sich damit den Ruf eines Titels, der zeigte, wohin sich das Genre in den folgenden Jahren entwickeln würde, auch dank der Betonung strategischer Tiefe statt bloßer Effekthascherei.
Die Einführung geneigter und unebener Flächen bedeutete, dass sich Spieler nicht ohne Anpassung auf aus früheren Teilen gelernte Kombinationen verlassen konnten - derselbe Angriff konnte am Hang anders ausfallen als auf ebenem Boden. Dieses Element wurde später auch zur Inspiration für weitere Kampfspiele, und Virtua Fighter 3 gehört damit zu den Titeln, die zeigten, dass die Kampfumgebung genauso wichtig sein kann wie die Figuren selbst.
Warum spielen: Virtua Fighter 3 wird Spieler ansprechen, die sich für die Geschichte der 3D-Kampfspiele interessieren - es ist ein Titel, der seinerzeit durch die Einführung veränderlichen Geländes die technischen und spielerischen Grenzen des Genres verschob. Heute funktioniert es eher als historisch bedeutsame Station auf dem Weg zu modernen 3D-Kampfspielen denn als Wahl für aktives Wettkampfspiel, doch zum Verständnis der Wurzeln des Genres hat es noch immer einiges zu bieten.
Spiel 206 von 258 für Arcade