Comic Jumper: The Adventures of Captain Smiley
Comic Jumper: The Adventures of Captain Smiley ist ein Action-Plattformer mit Shooter-Elementen von Twisted Pixel Games, der 2010 auf Xbox Live Arcade erschien und sich offen über das Superhelden-Comic-Genre und dessen typische Klischees lustig macht. Der Hauptheld Captain Smiley ist ein wenig erfolgreicher und eher übersehener Comic-Held, der durch fiktive Hefte mit unterschiedlichen Grafikstilen reist, vom klassischen Superhelden-Look über Anime bis hin zu düster-realistischen Kriegscomics, und dabei in jedem dieser Hefte auf andere Gegner und die grafischen Konventionen des jeweiligen Genres trifft, von bunten Superhelden-Klischees bis zu bewusst übertrieben ernsten Kriegsposen.
Das Gameplay wechselt zwischen klassischen Plattformer-Passagen, seitlich scrollenden Shooter-Abschnitten und Flugsequenzen, während der Humor des Spiels auf ständigen selbstironischen Kommentaren zur eigenen Erfolglosigkeit der Hauptfigur und auf der Parodie der Klischees der Comic-Industrie beruht. Der Grafikstil ändert sich je nachdem, in welcher Comic-Welt man sich gerade befindet, was den Entwicklern Raum gibt, innerhalb ein und desselben Spiels mit unterschiedlichen Farbpaletten, Beleuchtung und Animation zu experimentieren. Twisted Pixel Games nutzte bei Comic Jumper Erfahrungen aus dem Vorgängertitel 'Splosion Man und legte einen stärkeren Schwerpunkt auf Erzählung, Sprachausgabe und parodistischen, selbstironischen Humor.
Von der Kritik wurde das Spiel gemischt bis positiv aufgenommen; Rezensenten lobten den Humor und die einfallsreiche Vielfalt der Stile, kritisierten aber mitunter das unausgewogene Tempo und den schwankenden Schwierigkeitsgrad zwischen den einzelnen Spielabschnitten. Dennoch reihte sich das Spiel fest unter die charakteristischen Titel eines Studios ein, das für seinen unverwechselbaren, selbstironischen Humor auf Xbox Live Arcade bekannt ist. Heute wird Comic Jumper vor allem als kuriose, genreübergreifend springende Parodie in Erinnerung gehalten, die den kreativen Mut der damaligen Independent-Szene zeigt sowie die Bereitschaft, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen.
Warum spielen: Wegen des unverwechselbaren, selbstironischen Humors und der einfallsreichen Wechsel der Spielstile lohnt sich das Spiel für Fans von Genre-Parodien, auch wenn das Tempo zwischen den einzelnen Abschnitten schwankt.
Spiel 156 von 259 für Xbox 360