Stray
Stray erzählt die Geschichte einer streunenden Katze, die in eine unterirdische, von Robotern bewohnte Stadt stürzt und einen Weg zurück an die Oberfläche finden muss. Der Spieler steuert die Katze direkt, mit allem, was dazugehört: Sie springt über Simse und Klimaanlagen, zwängt sich durch enge Schächte, schläft auf warmen Rohren, wirft Dosen um und kratzt an Teppichen. Unterwegs gesellt sich ein kleiner fliegender Droide namens B-12 zu ihr, der die Sprache der einheimischen Bewohner übersetzt, Gegenstände trägt und all das erledigt, wofür eine Katze keine Hände hat. Der Spielverlauf wechselt zwischen ruhiger Erkundung der Straßen, einfachen Rätseln, die auf vertikaler Bewegung basieren, und ein paar spannenden Verfolgungsjagden, bei denen man vor parasitären Kreaturen fliehen muss.
Die größte Stärke des Spiels ist seine Kulisse. Die zwischen Mauern eingezwängte Neonstadt steckt voller Details, provisorischer Unterkünfte, blinkender Reklamen und robotischer Bewohner, die sich eine eigene Nachahmung des menschlichen Lebens eingerichtet haben. Auf der PlayStation 5 läuft das Spiel flüssig, mit einem scharfen Bild und überzeugender Beleuchtung, die aus den engen Gassen die visuell stärksten Momente des Titels macht, und die Ladezeiten sind fast augenblicklich. Die Haptik des Controllers überträgt sowohl das Schnurren als auch Aufprälle auf Metall, und die eigens fürs Miauen vorgesehene Taste ist zu einer kleinen Legende geworden. Der Soundtrack verbindet Elektronik mit meditativen Klangflächen, wodurch die Stadt zugleich gemütlich und melancholisch wirkt.
Das Spiel wurde außerordentlich herzlich aufgenommen, gelobt für seine Atmosphäre, seine originelle Perspektive und dafür, dass es seine Idee nicht überstrapaziert — ein vollständiger Durchlauf dauert einen langen Abend. Kritik richtete sich an die Einfachheit der Rätsel und daran, dass die zweite Hälfte linearer ist als der Anfang. Der Einfluss des Titels zeigt sich im erneuten Interesse an kleineren, atmosphärischen Spielen mit ungewöhnlichem Protagonisten. Heute wirkt Stray wie ein präzise bemessenes Erlebnis, das man auch Menschen empfehlen kann, die sonst nicht spielen, und das aus der Perspektive einer Katze weit mehr herausholt als bloße Niedlichkeit.
Spiel 49 von 176 für Sony PlayStation 5