Naval Ops: Commander
Naval Ops: Commander knüpft an Warship Gunner an und verlagert den Schwerpunkt von der direkten Steuerung eines einzelnen Schiffs hin zum Kommando über eine ganze Flotte. Der Spieler baut und verbessert mehrere Schiffe gleichzeitig, plant deren Einsatz in den einzelnen Schlachten und trifft taktische Entscheidungen auf Ebene der gesamten Staffel, statt sich auf ein einziges Schlachtschiff zu konzentrieren, wodurch sich das Spiel stärker in Richtung taktischer Strategie mit ausgeprägten Actionelementen bewegt, weg von der reinen Action des ersten Teils.
Das Anpassungssystem der Schiffe bleibt der Kern des Erlebnisses — der Spieler wählt weiterhin Bewaffnung, Panzerung und technologische Upgrades der einzelnen Schiffe entsprechend dem Stil, den er in der Flotte durchsetzen möchte, seien es schnelle Torpedoboote für Aufklärung und Überfälle oder schwere Schlachtschiffe für lange Duelle auf große Entfernung. Die alternativgeschichtliche Kriegskulisse und die monumentalen Seeschlachten bleiben visuell wie atmosphärisch eine Konstante der Serie, ergänzt durch eine breitere strategische Entscheidungsebene zwischen den Missionen, bei der der Spieler abwägen muss, welche Schiffstypen er für eine bestimmte Schlacht überhaupt einsetzt. Kämpfe mit mehreren Schiffen gleichzeitig stellen zudem höhere Anforderungen an die Leistung der Konsole, weshalb das Spiel mitunter einen Kompromiss zwischen Schlachtfeldgröße und Detailgrad der einzelnen Modelle wählt, damit die Action auch bei einer vollen Flotte auf dem Bildschirm übersichtlich bleibt.
Für Fans des Vorgängers bietet Commander eine natürliche Erweiterung des Konzepts hin zu einem größeren Maßstab der Kriegsführung, entfernt sich dabei aber etwas vom rein actionorientierten Kern des ersten Teils und stellt höhere Anforderungen an die Planung zwischen den Missionen. Der Übergang von einem einzelnen heldenhaften Schiff zu einer ganzen Flotte verändert zudem das Spieltempo — einzelne Schlachten dauern länger, und der Spieler muss häufiger ins Flottenübersichtsmenü zurückkehren als in die eigentliche Action. Innerhalb der PS2-Bibliothek bleibt es eher ein Nischentitel, aber ein markanter für Spieler, die Gefallen an der Verbindung von Schiffbau und taktischer Entscheidungsfindung auf See gefunden haben, und lässt sich auch heute noch als natürliche Fortsetzung für Fans des ersten Teils empfehlen.
Warum spielen: Für Fans des ersten Teils, die die Kombination aus Schiffbau und taktischer Entscheidungsfindung in größerem Maßstab suchen, ist Commander eine natürliche Fortsetzung, auch wenn das Tempo durch häufigere Planung zwischen den Missionen langsamer wird.
Spiel 115 von 269 für Sony PlayStation 2