Sacrifice
Sacrifice, im Jahr 2000 von Shiny Entertainment veröffentlicht, ist einer der eigenständigsten Versuche, Echtzeitstrategie mit actionbasierter Steuerung aus der Third-Person-Perspektive zu verbinden. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines jungen Zauberers, der unter der Anleitung eines von fünf exzentrischen Göttern das Zaubern erlernt, und muss entscheiden, wem er seine Loyalität opfert – jede Gottheit bietet unterschiedliche Einheiten, Zaubersprüche und eine eigene Kampfphilosophie, von Nekromantie bis Elementarmagie. Statt eines klassischen Basenbaus setzt das Spiel auf das Opfern eigener Einheiten und die Umwandlung des Blutes von Feinden in Mana, was den Kämpfen einen ungewöhnlich rituellen Anstrich verleiht.
Das Gameplay war direkter als bei zeitgenössischen Strategiespielen wie Command & Conquer – der Spieler steuerte seinen Zauberer direkt, wirkte Zaubersprüche per Maus und befehligte nur ergänzend kleinere Truppen von Einheiten, sodass sich die Kämpfe in einem deutlich schnelleren und persönlicheren Tempo abspielten. Die Kampagne mit fünf Handlungssträngen je nach gewähltem Gott bot einen hohen Wiederspielwert und einen schwarzen Humor, der das Skript von Anfang bis Ende durchzog. Auf Windows 9x glänzte das Spiel mit bunter, stilisierter Grafik und flüssiger Action selbst auf mittelmäßig ausgestatteten Rechnern, wodurch es nicht so hardwarehungrig wirkte wie konkurrierende Titel.
Zeitgenössische Rezensionen lobten die Originalität des Konzepts, den Humor und die Synchronisation, auch wenn die Multiplayer-Community kleiner blieb, als es das Spiel verdient hätte. Der visuelle Stil der einzelnen Götter, vom knochigen Nekromanten bis zum feuerfarbenen Kriegsgott, verlieh jeder Kampagne eine eigene Identität, und Spieler mochten sich oft so sehr an eine bestimmte Fraktion gewöhnen, dass sie immer wieder zu ihr zurückkehrten. Sacrifice wurde eher zu einem Kultobjekt als zu einem Massenerfolg und wird bis heute als Beispiel für eine mutige Genre-Mischung genannt, die sich im Mainstream nie so recht durchsetzen konnte. Heute besticht es vor allem durch seine Atmosphäre, seinen Humor und die ungewöhnliche Verbindung von Strategie mit Action aus der Third-Person-Perspektive, die seither kaum jemand ernsthaft zu wiederholen versucht hat.
Spiel 85 von 229 für PC / Pentium a Windows 9x