Dragon Crystal
Der Tod verzeiht hier nichts, und keine zwei Expeditionen gleichen sich — Dragon Crystal brachte dem Game Gear etwas, das man auf Taschenkonsolen nur selten sah: ein Roguelike. Dieser Titel von Sega verband Rollenspielelemente mit der erbarmungslosen Struktur von Dungeons, die sich mit jedem neuen Versuch verändern.
Der Kern des Gameplays ruht auf dem Erkunden zufällig generierter Level aus der Vogelperspektive. Man dringt durch den Kerker vor, sammelt Gegenstände, deren Wirkung man oft vorab nicht kennt, kämpft gegen Feinde und versucht, so lange wie möglich zu überleben. Der klassische Roguelike-Zug ist hier in voller Kraft präsent: Der Tod bedeutet einen schweren Verlust und zwingt dich, von vorn zu beginnen — klüger und vorsichtiger als zuvor.
Dein Gefährte auf der Reise ist ein Drache, der mit deinem Fortschritt wächst und sich entwickelt — ein sympathisches Element, das dem Spiel Eigenart verleiht und dem Spieler das Gefühl gibt, dass seine Expedition neben dem bloßen Überleben auch eine eigene steigende Kurve hat. Diese Kombination aus Erkundung, Risiko und allmählichem Erstarken bildet die süchtig machende Schleife, die dem gesamten Genre eigen ist.
Auf einem 8-Bit-Handheld war das eine ungewöhnlich tiefgründige Wahl. Mit seiner Zufälligkeit und Wiederholbarkeit passt das Roguelike hervorragend auf eine Konsole, die man bei sich trägt und in kürzeren Dosen startet — jede neue Expedition ist frisch, und man weiß nie genau, was einen um die Ecke erwartet. Genau die Unvorhersehbarkeit ist es, die Spieler zurückzieht.
Für Genre-Liebhaber und Sammler von Kuriositäten aus der Game-Gear-Ära ist dies ein Titel, der eine Erkundung wert ist. Er zeigt, dass Taschenkonsolen schon zu Beginn der Neunziger den Mut zu experimentelleren, anspruchsvolleren Spielformen hatten.
Warum spielen: Ein süchtig machendes Roguelike auf dem Game Gear mit wachsendem Drachengefährten und erbarmungslosem Tod, ideal für kurze, stets andere Expeditionen.
Spiel 10 von 39 für SEGA Game Gear