Monster Rancher Explorer – boxart
GBCGame Boy Color

Monster Rancher Explorer

RPG 2001 Tecmo ⏱ Mittel · ~3–10 Std.
Monster Rancher Explorer – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Monster Rancher Explorer – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Eine leichtere, reisefokussierte Variante der Monster-Rancher-Zuchtserie ohne CD-basierte Generierung.

Monster Rancher Explorer überträgt auf den Game Boy Color das aus den Konsolenteilen der Serie bekannte Prinzip des Erschaffens und Trainierens von Monstern, diesmal jedoch in einer zugänglicheren, für unterwegs gedachten Form. Anstatt Kreaturen aus Musik-CDs zu generieren, wie es die Heimkonsolenteile taten, bietet die GBC-Version einen eigenen Weg, Monster zu erhalten und weiterzuentwickeln, mit denen der Spieler Kämpfe bestreitet, Aufgaben erfüllt und ihre Eigenschaften durch Training ausbaut. Das Ergebnis ist ein RPG mit ausgeprägten Zuchtsimulations-Elementen, bei dem die Pflege eines Monsters und die Planung seiner Entwicklung eine ebenso wichtige Rolle spielen wie die Kämpfe selbst, und der Spieler muss sich zudem um Stimmung und Kondition seines Schützlings kümmern, damit dieser in der Arena möglichst gute Leistungen zeigt.

Das Spiel legt Wert auf die langfristige Verwaltung des Teams – der Spieler entscheidet, welche Fähigkeiten eines Monsters entwickelt werden, wie Training und Erholung aufeinander abzustimmen sind und wann das Wesen in ein Turnier oder in Kämpfe gegen andere Trainer geschickt wird, wobei sich ein schlecht geplanter Zeitplan früher oder später in der Kampfleistung bemerkbar macht. Auf dem Game Boy Color wirkt die Umsetzung klar und farbenfroh, mit einer einfachen, aber funktionalen Oberfläche zur Verwaltung der Werte, während die Musik eine ruhigere, an Tierzucht erinnernde Atmosphäre schafft, die sich vom typischen abenteuerlichen Tempo anderer RPGs auf der Plattform unterscheidet und eher an ein langsameres, durchdachteres Verwaltungsspiel erinnert.

Innerhalb der breiteren Monster-Rancher-Reihe handelte es sich um einen kleineren, tragbaren Ableger, der nie die Popularität der großen Konsolenteile erreichte, sich aber dennoch sein Publikum unter Spielern fand, die ein ähnliches Erlebnis auch unterwegs haben wollten, ohne eine Heimkonsole und eine Sammlung von Musik-CDs zu besitzen. Heute ist Explorer ein interessantes Beispiel dafür, wie Verlage gegen Ende der Game-Boy-Color-Ära ihre Konsolenmarken an eine kleinere Plattform anpassten, und für Fans des Sammelns und Aufziehens von Monstern bleibt es ein angenehmer, wenn auch weniger bekannter Titel, der es wert ist, auch nach Jahren noch entdeckt zu werden.

Spiel 90 von 129 für Game Boy Color