Marvel vs. Capcom 2
Sechsundfünfzig Charaktere, Teams von drei gegen drei und ein Bildschirm, der so mit Effekten überladen ist, dass man zeitweise nicht weiß, wo man steht — Marvel vs. Capcom 2 ist eine Feier des ungezügelten Wahnsinns, den sich ein Prügelspiel leisten kann. Und doch pulsiert unter dieser Farbexplosion ein überraschend tiefes und kompetitives System.
Das Spiel von Capcom vereinte Helden der Marvel-Comics mit Ikonen aus den eigenen Marken des Studios zu einem einzigen riesigen Crossover. Das Kampfformat von drei gegen drei, bei dem man blitzschnell Charaktere wechseln, Partner für Hilfsangriffe herbeirufen und Kombos verketten kann, verlieh dem Spiel unglaubliches Tempo und Tiefe. Die Kämpfe erinnern eher an einen bunten Sturm als an eine klassische Runde eines Prüglers.
Genau diese Kombination aus Effektreichtum und taktischer Tiefe machte es zum jahrelangen Gipfel der „teambasierten" Prügler. Spieler entdeckten noch Jahre nach der Veröffentlichung neue Kombos, Charaktersynergien und Strategien, und die Wettkampfszene kehrt bis heute zu ihm zurück, was es zu einem der beständigsten Turniertitel seiner Art macht.
Die Dreamcast-Version war damals der beste Heim-Port — sie brachte das Arcade-Erlebnis samt Flüssigkeit und umfangreichem Roster originalgetreu direkt in die Wohnzimmer. Für Konsolenbesitzer war es eine Eintrittskarte in eine Welt, die sonst vor allem in den Spielhallen lebte.
Die Verbindung aus unverbindlichem Spektakel und enormer mechanischer Tiefe macht Marvel vs. Capcom 2 zu einem Unikat — einem Spiel, das ein zufälliger Button-Masher genauso genießt wie ein abgebrühter Turnierkämpfer auf der Suche nach der perfekten Kombo.
Warum spielen: Für einen irren Crossover Dutzender Charaktere und ein zeitloses Kampfsystem, das die Wettkampfszene bis heute liebt.
Spiel 7 von 54 für SEGA Dreamcast