Archon: The Light and the Dark
Archon: The Light and the Dark ist eine jener Ideen, die so selbstverständlich klingen, dass man sich wundert, warum niemand früher darauf kam. Man nehme ein Schachbrett, stelle Fantasy-Wesen darauf — und wenn eine Figur ein vom Gegner besetztes Feld erobern will, entscheidet darüber keine Regel, sondern ein Action-Duell in einer Arena, in der beide Spieler ihre Kreaturen in Echtzeit steuern. Das strategische Denken eines rundenbasierten Spiels verbindet sich hier mit Arcade-Reflexen.
Genial ist die Ausgewogenheit. Eine schwache Figur kann eine stärkere im Kampf besiegen, wenn der Spieler besser zielt und ausweicht, sodass kein Sieg auf dem Brett je sicher ist. Zudem unterliegt die gesamte Partie einem Zyklus von Tag und Nacht: helle Felder stärken die Seite des Lichts, dunkle die Seite der Finsternis, und die grauen verschieben sich langsam und verändern so, wo es sich zu kämpfen lohnt. Die Zauberer wirken überdies Zaubersprüche — vom Wiederbeleben der Gefallenen bis zum Herbeirufen von Blitzen. Free Fall Associates (Jon Freeman, Anne Westfall, Paul Reiche III) schufen hier ein echtes Original.
1983 von Electronic Arts veröffentlicht, bleibt Archon ein hervorragendes Zwei-Spieler-Spiel an einer einzigen Maschine. Diese Kombination aus Kopf und Daumen macht es bis heute zu einem der klügsten Hybride, die je auf den 8-Bittern entstanden sind.
Spiel 56 von 121 für Commodore 64