Gateway to Apshai
Eine Draufsicht, ein Labyrinth voller Kammern, Monster und Schätze — und Sie mit dem Schwert in der Hand und ablaufender Zeit. Gateway to Apshai ist eines jener Spiele, die das damals junge Genre der Action-RPGs nahmen und in eine flotte, zugängliche Form übersetzten, die auch auf dem 8-Bit-Atari funktionierte. Statt langwierigen Regelstudiums stürzte man sich einfach in den Kerker und lernte im Vorbeigehen.
Spielerisch geht es um die Erkundung eines mehrstöckigen Labyrinths aus der Vogelperspektive. Sie durchqueren Kammern, kämpfen gegen Ungeheuer, sammeln Schätze und Ausrüstung und versuchen, so tief wie möglich hinabzusteigen. Das Spiel verbindet die Echtzeit-Actionsteuerung der Figur mit leichten RPG-Elementen — dem Sammeln von Gegenständen, Waffen und Heilmitteln. Druck erzeugen sowohl der Mangel an Gesundheit als auch die Notwendigkeit, schnell auf Fallen zu reagieren, wodurch das Dungeon-Crawling ein Tempo hat, das damals nicht selbstverständlich war.
Entwicklungsgeschichtlich gehört der Titel in eine Zeit, als sich die Computer-Rollenspielszene erst formierte und nach Wegen suchte, die Welt der Rollenspiele mithilfe eines actionreicheren Ansatzes einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Diese Welle actionbetonter Dungeons war für die 8-Bit-Heimcomputer ein wichtiger Meilenstein, denn sie zeigte, dass Tiefe und Flottheit sich nicht ausschließen müssen.
Die kulturelle Bedeutung des Spiels liegt darin, dass es half, die Vorstellung eines Computerabenteuers im Untergrund als etwas zu normalisieren, das auch ein gewöhnlicher Spieler am Heimcomputer bewältigt. Das Dungeon-Crawler-Genre, das Gateway to Apshai repräsentiert, wurde zu einer der Säulen der 8-Bit- und späteren Spielewelt und inspirierte unzählige Nachfolger.
Für den heutigen Spieler ist es eine faszinierende Rückkehr zu den Wurzeln der Action-RPGs. Im Emulator wie auf der Originalmaschine probieren Sie aus, wie Dungeon-Crawling aussah, bevor die grafische Revolution kam — mit Betonung auf Orientierung in der Karte, Ressourcenwirtschaft und blankem Überleben. Es ist roh, aber lehrreich, und wer die Geschichte des Genres mag, wird jede Minute zu schätzen wissen.
Warum spielen: Für schnelles, zugängliches Dungeon-Crawling aus der Morgendämmerung der Action-RPGs, bei dem der Mut zählt, noch ein Stockwerk tiefer hinabzusteigen.
Spiel 27 von 124 für Atari 800 / 8-bit
Derselbe Titel woanders (1)
Das Original für Ataris 8-Bit-Computer stammt bereits aus dem Jahr 1979 und war einer der allerersten Versuche, Dungeon-Crawling und Schätzesammeln in Echtzeit umzusetzen; gesteuert wurde per Tastatur, und zur Erkundung der Verliese gehörte ein gedrucktes Handbuch mit Raumbeschreibungen. Fünf Jahre später erschien die ColecoVision-Version, die das Spiel an einen Controller mit Zifferntastatur statt Computertastatur anpasste und den Grafikchip der Konsole für eine bunte, übersichtliche Darstellung der Verliese nutzte. Das Grundprinzip aus Erkunden, Monsterkämpfen und Schätzesammeln blieb gleich; die Hauptunterschiede liegen in der Steuerung und darin, wie stark sich das Spiel auf begleitende Texte stützt. Wer die historisch erste Version des Genres erleben will, greift zu Atari, wer lieber mit dem Gamepad an der Konsole spielt, wählt ColecoVision.