Mercenary
Sie stürzen auf einem fremden Planeten ab, ringsum breitet sich eine Stadt aus Drahtgittergrafik aus und Sie haben ein einziges Ziel — von hier fortzukommen, koste es, was es wolle. Mercenary war zu seiner Zeit ein faszinierendes Stück Arbeit: eine offene Welt, dargestellt in flüssiger Vektorgrafik zu einer Zeit, als die meisten Spiele noch mit einem einzigen Bildschirm kämpften. Auf dem 8-Bit-Atari wirkte es wie ein Blick in die Zukunft.
Spielerisch handelt es sich um eine Kombination aus Action und Simulation in einer weitläufigen, frei erkundbaren Umgebung. Sie bewegen sich durch die Stadt und über ihr, fliegen Maschinen, betreten Gebäude, lösen Aufgaben und handeln — und versuchen vor allem, einen Weg zur Flucht vom Planeten zu finden. Das Spiel gibt dem Spieler ungewöhnliche Freiheit: Sie können überallhin gehen und auf Ihre eigene Weise vorgehen, was damals ein radikaler Ansatz war. Der trockene, ironische Humor der Textmeldungen verlieh dem Ganzen einen eigenständigen Anstrich.
Entwicklungsgeschichtlich ist Mercenary mit dem Autor Paul Woakes und dem Verlag Novagen verbunden und gehört zu den ehrgeizigsten Projekten der 8-Bit-Ära. Die Egoperspektive mit Vektorgrafik und offener Welt war technisch kühn und hob das Spiel von der damaligen Konkurrenz ab, die sich eher auf Arcade-Action konzentrierte.
Die kulturelle Bedeutung des Titels liegt in seiner Offenheit — Mercenary nahm die Idee einer frei erkundbaren Spielwelt vorweg, die spätere Titel zur heutigen Form weiterentwickelten. Für viele Spieler der Zeit war es das erste Erlebnis, bei dem ein Spiel sie nicht an der Hand führte, sondern die Welt im eigenen Tempo entdecken ließ.
Heute wird das Spiel als visionärer Titel geschätzt. Im Emulator wie auf dem Original probieren Sie aus, wie es war, eine offene Welt zu erkunden zu einer Zeit, als das noch niemand zu benennen wusste — und Sie werden den Mut des Designs und die Reinheit der Vektorästhetik zu schätzen wissen. Es ist ein Spiel für geduldige Entdecker, nicht für Spieler, die sofortige Action suchen.
Warum spielen: Für eine visionäre offene Welt in Vektorgrafik und ein Gefühl von Freiheit, das seiner Zeit um Jahre voraus war.
Spiel 29 von 124 für Atari 800 / 8-bit