Amplitude
Amplitude knüpfte an das Konzept seines Vorgängers Frequency an und erweiterte es um ausgefeiltere Grafik, ein breiteres Spektrum an Musikstilen und eine zugänglichere Steuerung, wodurch es zu einer geschliffeneren und ausgewogeneren Version der ursprünglichen Idee des Remixens von Songs während des Spielens wurde. Die Spielerin fliegt erneut durch einen futuristischen Tunnel und aktiviert einzelne Musikspuren, vom Schlagzeug über den Bass bis zu Gesangslinien, wobei erfolgreiches Halten des Rhythmus den kompletten Song aufbaut und ein Misserfolg die Spur wieder in den inaktiven Zustand zurückversetzt, was ein ständiges Wechseln der Aufmerksamkeit zwischen mehreren parallelen Rhythmusmustern erforderte.
Im Vergleich zu Frequency entwickelte sich die Spielfläche von einem geschlossenen Zylinder zu einer offeneren, flacheren Bahn, auf der besser zu sehen ist, was kommt, und es kamen Boni hinzu, die das Spiel vorübergehend verlangsamen, eine Spur automatisch zu Ende spielen oder die Punktzahl vervielfachen, was den Songs eine taktische Ebene verlieh. Der Mehrspielermodus für mehrere Spielerinnen an einer Konsole, bei dem sich Gegnerinnen mit Sabotage-Boni gegenseitig ein Bein stellen konnten, gehörte zu den unterhaltsamsten Teilen des Spiels. Der Soundtrack war diesmal noch vielfältiger und umfasste Titel anerkannter Künstlerinnen und Künstler aus den Genres elektronische Musik, Rock und Pop, was das Spiel näher an ein Mainstream-Publikum heranführte.
Das Spiel bot zudem einen Editor, mit dem Spielerinnen eigene Levels erstellen und teilen konnten, womit es seiner Zeit in Sachen nutzergenerierter Inhalte für Rhythmusspiele voraus war. Das visuelle Design blieb der neonfarbenen, futuristischen Ästhetik des Vorgängers treu, jedoch mit verbesserten Effekten und flüssigerer Animation, die die volle Leistung der PlayStation 2 nutzte. Obwohl auch Amplitude keinen mit dem späteren Guitar Hero vergleichbaren kommerziellen Erfolg erzielte, werden seine musikalischen Innovationen und der Fokus auf das Remixen bis heute als wichtiger Zwischenschritt in der Entwicklung des gesamten Musikspiel-Genres geschätzt. Das Spiel erhielt 2016 sogar ein modernes Remake für die PlayStation 4, das bestätigte, dass das Remix-Konzept auch nach Jahren nichts von seiner Originalität eingebüßt hatte.
Spiel 95 von 269 für Sony PlayStation 2