Wolfpack
Wolfpack versetzte die Spieler an Bord eines im Atlantik operierenden deutschen U-Boots und bot im Gegensatz zu den amerikanischen, auf den Pazifik ausgerichteten Gegenstücken einen Blick auf den Krieg von der anderen Seite der Front. Das Spiel verband das Patrouillieren auf offener See, das Aufspüren alliierter Konvois und deren Angriff mit der Notwendigkeit, im Verlauf des Krieges immer ausgefeilteren U-Boot-Abwehrmaßnahmen auszuweichen, während die Alliierten Radar, Sonar und Luftbegleitung stetig verbesserten. Ein charakteristisches Merkmal war die Möglichkeit, den Angriff mehrerer U-Boote gleichzeitig im Rahmen eines sogenannten Rudels zu koordinieren, nach dem das Spiel benannt ist, was den Konvoischlachten mehr Umfang und taktische Tiefe verlieh.
Technisch basierte das Spiel auf einer soliden 3D-Engine, die nächtliche Überwasserangriffe auf brennende Frachtschiffe ebenso darstellen konnte wie die beklemmenden Momente des Abtauchens unter Wasserbomben, in denen das Knarren des Rumpfes und gedämpfte Explosionen in der Nähe ein starkes Gefühl der Bedrohung erzeugten. Die Soundkulisse mit Meldungen der Besatzung, Sonar-Pings und Motorengeräuschen ergänzte die Optik gut, und Musik wurde eher sparsam eingesetzt, um die Konzentration bei der Zielbeobachtung nicht zu stören. Die Oberfläche zur Patrouillenplanung und Torpedosteuerung war übersichtlich, wenn auch für Einsteiger in das Genre anspruchsvoll, sich alle Bedienelemente einzuprägen.
Wolfpack gehörte seinerzeit zu den weniger bekannten, unter Fans von U-Boot-Simulationen aber angesehenen Titeln, die das Thema Atlantikschlacht im Gegensatz zu den dominierenden Pazifik-Simulatoren um die deutsche Perspektive erweiterten. Heute ist es vor allem als Beleg für die Vielfalt des Genres in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre interessant, als verschiedene Sichtweisen auf denselben Typ Seekrieg nebeneinander konkurrierten, und als Erinnerung daran, dass die Rudeltaktik der U-Boote auch in virtueller Form ihren festen Platz hatte. Die Spieler schätzten zudem, dass sich das Spiel nicht auf ein einziges Operationsgebiet beschränkte, sondern schrittweise den Wechsel zwischen verschiedenen Phasen der Atlantikschlacht anbot, je nachdem, wie sich die Stärke der U-Boot-Abwehr auf beiden Seiten des Konflikts veränderte.
Warum spielen: Fans von U-Boot-Simulationen wird die deutsche Perspektive auf die Atlantikschlacht und der allmähliche Wechsel zwischen den Konfliktphasen ansprechen, was das Spiel von den dominierenden Pazifik-Titeln seiner Zeit abhebt.
Spiel 140 von 229 für PC / Pentium a Windows 9x