Klax
Klax ist eine Umsetzung des ursprünglich als Arcade-Spiel von Atari Games erschienenen Titels, den Tengen 1990 für den Game Boy veröffentlichte. Das Prinzip besteht darin, farbige Plättchen, die auf einem Förderband herabfallen, mit einer beweglichen Plattform aufzufangen und sie so in Spalten anzuordnen, dass Reihen, Spalten oder Diagonalen derselben Farbe entstehen. Fertige Kombinationen verschwinden, und der Spieler geht zur nächsten, stets schnelleren und anspruchsvolleren Welle fallender Plättchen über. Das Spiel verbindet Reflexe mit Planung – der Spieler muss im Voraus abschätzen, wo welche Farbe des Plättchens landen wird, und entscheiden, ob er eine höhere Kombination riskiert oder lieber eine sichere, kleinere wählt.
Die Game-Boy-Version überträgt die einfache, aber übersichtliche Grafik der Arcade-Vorlage auf das kleine monochrome Display und bewahrt die Hauptmechanik unverändert, wobei die geringere Auflösung und die langsamere Bildwiederholrate des Displays vom Spieler ein etwas präziseres Timing verlangen. Die Klangkulisse ist karg, typisch für damalige Game-Boy-Spiele, aber funktional – kurze Soundeffekte geben dem Spieler bei jeder abgeschlossenen Kombination eine klare Rückmeldung. Dank seiner Tragbarkeit eignete sich Klax auf dem Game Boy vor allem für kurze Spielsitzungen, wenn man schnell ein paar Wellen spielen und die Konsole danach wieder beiseitelegen wollte. Der Verlust der Farbe gegenüber der Arcade- und der Heimkonsolenversion schmälert zwar einen Teil der visuellen Anziehungskraft des Spiels, doch das eigentliche Prinzip des Auffangens und Anordnens der Plättchen funktioniert auch in Schwarzweiß ohne Einbußen bei der Übersichtlichkeit.
Klax gehörte zur Zeit seiner Veröffentlichung zu den Spielen, die versuchten, mit einem eigenen, abweichenden Ordnungsprinzip an den Erfolg von Tetris anzuknüpfen, und fand auch auf dem Game Boy seinen Platz bei Spielern, die schnelle Puzzle-Unterhaltung suchten. Heute gehört es nicht mehr zu den bekanntesten Titeln für diese Konsole, ist aber als historischer Beleg für das Experimentieren mit fallenden Blöcken in den frühen Neunzigern weiterhin ein interessantes Beispiel des Genres vor seinem späteren Aufschwung. Für den heutigen Spieler liegt sein Wert vor allem darin, als Vergleichspunkt gegenüber späteren, ausgefeilteren Puzzle-Titeln zu dienen, die von ähnlichen Ideen ausgingen.
Spiel 125 von 147 für Nintendo Game Boy