The Bard's Tale
The Bard's Tale erweiterte auf dem Atari 800 die von Wizardry begründete Dungeon-Crawl-Formel um farbenfrohere Grafik, die aufwendigere offene Stadt Skara Brae und zugänglichere, wenn auch weiterhin anspruchsvolle Kampfmechaniken. Der Spieler stellt eine Gruppe von bis zu sechs Abenteurern zusammen, durchstreift die Straßen der Stadt voller versteckter Eingänge zu Türmen, Kanalisationen und Tempeln sowie mehrstöckige Dungeons unter der Oberfläche und kombiniert in rundenbasierten Kämpfen gegen Banden von Untoten, Kultisten oder Drachen Krieger, Magier, Diebe und spezialisierte Klassen wie den Barden, dessen Lieder den Kampfverlauf beeinflussen konnten, indem sie Verbündete anfeuerten oder Feinde einschüchterten. Der Fortschritt im Spiel erforderte zudem das Lösen zahlreicher Rätsel direkt in den Straßen, wo es galt, kleine Hinweise in den Umgebungsbeschreibungen zu bemerken.
Auf dem Achtbit-Atari bot das Spiel eine farbige, wenn auch noch schematische Ansicht der Gänge aus der Ich-Perspektive sowie eine recht reichhaltige Palette an Soundeffekten und kurzen Melodien, die die Atmosphäre einer düsteren Fantasy-Stadt voller verborgener Geheimnisse untermalten. Im Vergleich zu Wizardry war es zugänglicher, da es von Anfang an eine größere Karte zur freien Erkundung bot, der Spieler in der Taverne auch Charaktere höherer Stufe für einen schnelleren Einstieg anwerben konnte und viele Rätsel direkt an die Topografie der Stadt selbst und ihrer einzelnen Viertel geknüpft waren, die wiederholt durchquert werden mussten, um Details zu bemerken.
The Bard's Tale zählte Mitte der 1980er Jahre zu den erfolgreichsten Computer-Rollenspielen auf Heimcomputern und trug zusammen mit seinen Fortsetzungen dazu bei, das Genre über den engen Kreis der Wizardry- und Ultima-Fans hinaus populär zu machen, nicht zuletzt dank des zugänglicheren Einstiegs für neue Spieler. Auch heute noch ist erkennbar, warum das Spiel damals fesselte – die Kombination aus Atmosphäre, textlichem Humor und ehrlicher taktischer Herausforderung funktioniert überraschend gut, auch wenn man mit den damals üblichen Anforderungen an eigenes Kartieren und Geduld beim Vordringen in die Dungeons rechnen muss.
Warum spielen: Für Spieler, die erleben möchten, warum dieses Spiel einst Computer-Rollenspiele über den Kreis der Wizardry- und Ultima-Fans hinaus populär machte – Atmosphäre, textlicher Humor und ehrliche taktische Herausforderung funktionieren auch heute noch gut.
Spiel 64 von 124 für Atari 800 / 8-bit