Rolling Thunder
1986 brachte Namco Rolling Thunder in die Spielhallen, einen Spionage-Actionplattformer im Stil der James-Bond-Agentenfilme. In der Rolle eines Geheimagenten durchquert der Spieler die Stützpunkte der Verbrecherorganisation Geldra, erschießt Gegner, die sich hinter Türen verstecken, und sammelt Waffen gefallener Widersacher ein, um die zur Neige gehende Munition seiner Pistole aufzufüllen.
Das Spiel hob sich von der Konkurrenz vor allem durch seine Atmosphäre und grafische Gestaltung ab – düstere Basen-Innenräume, Neonbeleuchtung und ausgefeilte Charakteranimationen erzeugten einen filmischen Eindruck, der Mitte der achtziger Jahre bei Arcade-Automaten außergewöhnlich war und das Spiel von den bunteren und weniger ernst gehaltenen Titeln jener Zeit abhob. Die Mechanik des Versteckens hinter Hindernissen und des rechtzeitigen Enttarnens von Gegnern verlangte den Spielern Geduld und präzises Timing ab, nicht bloß schnelle Reflexe, sodass das Vorankommen oft ein vorsichtiges Abwarten des richtigen Moments zum Schuss bedeutete.
Rolling Thunder erhielt mehrere Fortsetzungen, und sein Stil beeinflusste spätere Action-Titel mit ähnlichem Spionage-Einschlag, die ebenfalls auf einer Kombination aus Schießen und Verstecken hinter festen Umgebungselementen aufbauten. In der Geschichte von Namco bleibt es als einer der atmosphärisch ausgeprägtesten Titel der zweiten Hälfte der Achtziger in Erinnerung und als Beweis dafür, dass Arcade-Action sich nicht nur auf Buntheit und Geschwindigkeit verlassen muss, sondern auch durch ein langsameres, überlegteres Tempo und sorgfältig gestaltete Bildschirmkompositionen spannend sein kann.
Warum spielen: Wegen der düsteren Spionageatmosphäre und der durchdachten Versteckmechanik hinter Türen, die damals nur wenige Arcade-Spiele boten.
Spiel 125 von 258 für Arcade