Bravely Second: End Layer
Bravely Second: End Layer knüpft an Bravely Default an und spielt zwei Jahre nach dessen Ende, als der Hauptheld Tiz Arrior entführt wird und seine Freunde sich inmitten einer neuen Bedrohung für die Welt von Luxendarc auf den Weg machen, ihn zu retten. Das Spiel behält das Grundgerüst seines Vorgängers bei – Kämpfe, die auf dem Brave/Default-System beruhen, mit dem sich Züge für verheerende Kombinationen ansammeln und aufsparen lassen, sowie ein umfangreiches Job-System, in dem Figuren nach Belieben die Klasse wechseln und deren Fähigkeiten kombinieren. Neben den vier Hauptheldinnen und -helden stoßen erneut Nebenfiguren zur Gruppe, die man unterwegs trifft, wodurch sich Dutzende Kombinationen von Klassen und ihren Spezialfähigkeiten ausprobieren lassen.
Neu hinzugekommen sind Jobs wie Astrologian oder Charioteer, und das Spiel erweitert die strategische Tiefe um die Sleep-Points-Mechanik, mit der sich Spezialfähigkeiten der Figuren auch außerhalb von Kämpfen einfach durch Schließen der Konsole aktivieren lassen. Die grafische Umsetzung auf dem 3DS bleibt dem Vorgänger treu – handgemalte Hintergründe kombiniert mit 3D-Charaktermodellen erzeugen eine ausgeprägte märchenhafte Atmosphäre, unterstrichen von der Musik Revos, des Komponisten, der durch die Band Sound Horizon bekannt wurde. Die Geschichte ist diesmal düsterer und spielt metatextuell mit dem Thema der Wiederholung und der Manipulation der Erinnerungen der Figuren, wodurch der experimentelle vierte Teil selbst langjährige Fans der Reihe überraschte.
Rezensionen lobten die Tiefe des Kampfsystems und die audiovisuelle Umsetzung, wenngleich der Titel auch Kritik für einige aus Bravely Default übernommene, sich wiederholende Elemente einstecken musste, etwa die Notwendigkeit, denselben Bossen mehrfach hintereinander gegenüberzutreten. Gelobt wurden auch die Länge und Großzügigkeit des Inhalts, die dem Spiel Dutzende Spielstunden verleihen, selbst für Spieler, die alle Nebenaufgaben aufspüren wollen. Bravely Second zählt heute zu den ambitioniertesten JRPGs der späteren 3DS-Jahre und zeigt, dass das klassische japanische Genre auf Nintendos Handheld noch etwas zu bieten hatte, selbst als die Plattform bereits auf das Ende ihres Lebenszyklus zusteuerte.
Spiel 55 von 132 für Nintendo 3DS