Small Worlds
Small Worlds stellt die übliche Plattformer-Logik auf den Kopf - je weiter sich der Spieler über die Karte bewegt, desto mehr schrumpft die umgebende Welt und drängt sich um ihn zusammen. Die Steuerung bleibt klassisch, Laufen und Springen über Plattformen, doch das zugrunde liegende Prinzip zwingt dazu, jeden Schritt anders zu durchdenken, da sich die Grenzen des Levels buchstäblich mit der Figur verschieben. Die kurze Spielzeit verbirgt so paradoxerweise ein überraschend dichtes und durchdachtes Design, denn jede weitere Plattform oder jeder Sprung muss berücksichtigen, dass sich der Raum ringsum im nächsten Moment noch mehr zusammenzieht. Der Spieler lernt so nach und nach vorherzusehen, wohin sich die Welt zusammenzieht, noch bevor es tatsächlich geschieht.
Optisch handelt es sich um schlichte Pixelgrafik in einer gedämpften Farbpalette, die den Hauptgedanken - das allmähliche Schrumpfen des Raums - hervortreten lässt, statt die Aufmerksamkeit auf Details zu lenken. Die ruhige, meditative Atmosphäre und das Fehlen jeglichen Textes verleihen dem Spiel eher den Charakter eines kurzen Gedichts als einer klassischen Spielherausforderung, weshalb es auch oft unter den Beispielen der sogenannten "Art Games" der späten 2000er genannt wird. Es fehlt jede Punktzahl oder Zeitbegrenzung, sodass das Tempo des Spiels ausschließlich vom Spieler selbst bestimmt wird, wodurch das Spiel noch mehr einem kurzen interaktiven Gedicht ähnelt als einem klassischen Arcade-Titel.
Der Autor ist David Shute, der den Titel 2009 in eine Browserspiel-Szene veröffentlichte, die sich damals erst an solche konzeptionellen Experimente gewöhnte. Der starke, originelle Schluss, bei dem die Karte auf ein absolutes Minimum zusammenschrumpft, trägt mit dazu bei, dass sich mehr Menschen an das Spiel erinnern, als man von einem so kurzen Titel erwarten würde. Small Worlds dient so bis heute als häufig zitiertes Beispiel dafür, dass eine einzige gut durchdachte Mechanik ein ganzes Spiel tragen kann, ohne umfangreichen Inhalt zu benötigen.
Warum spielen: Wer eine originelle Idee sucht, verpackt in ein paar Minuten Spielzeit, wird bei Small Worlds mit einer originellen Mechanik und einem überraschend starken Schluss belohnt.
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