The Ascent
The Ascent ist ein isometrischer Action-Shooter, angesiedelt in einer Cyberpunk-Arkologie, einer riesigen vertikalen Stadt, die von einem Konzern beherrscht wird und plötzlich zusammenbricht. Der Spieler beginnt als bedeutungsloser Tagelöhner in den untersten Ebenen und arbeitet sich allmählich nach oben, wobei die Kämpfe ständige Bewegung, Deckung hinter Hindernissen und das Umschalten zwischen niedrigem und hohem Zielen verbinden. Gerade das zweistufige Zielen ist die interessanteste Mechanik: Hebt man die Waffe an, kann man über Kisten und Geländer hinweg schießen, senkt man sie, bleibt man in Deckung. Hinzu kommen taktische Ausrüstung, Augmentationen und Attributsentwicklung, wodurch das Spiel wie ein leichteres Action-Rollenspiel wirkt.
Den größten Eindruck hinterlässt die künstlerische Gestaltung. Die Stadt ist vollgestopft mit Details, Neonlicht, Werbung, Menschenmengen und Schichten von Abfall, und das Spiel zeigt sie aus einer Distanz, die den Maßstab der gesamten Konstruktion erfassen lässt. Auf der Xbox Series X|S stehen Raytracing und hohe Auflösung zur Verfügung, und die Umgebungen gehören zu den eindrucksvollsten, die ein isometrisches Spiel auf dieser Generation geboten hat. Die Klangkulisse setzt auf düstere elektronische Musik, die unter dem Straßenlärm eine bedrückende Stimmung hält. Die gesamte Kampagne lässt sich kooperativ zu viert spielen, ob online oder an einer einzigen Konsole.
Das Spiel entstand in einem kleinen Team, was angesichts des Umfangs der Welt bemerkenswert ist, und die zeitgenössischen Bewertungen betonten dieses Missverhältnis meist. Gelobt wurden Optik, Atmosphäre und Kampfsystem, Kritik richtete sich gegen die verwirrende Navigation in den komplexen Ebenen der Stadt, eine gelegentlich unausgeglichene Schwierigkeitskurve sowie technische Probleme beim Start, die später per Patch behoben wurden. Heute ist es eine der besten Möglichkeiten, auf der Konsole schnelle Cyberpunk-Action mit Freunden zu erleben – ein paar Dutzend Stunden reichen völlig aus, und der visuelle Eindruck der Arkologie hält lange nach dem Durchspielen an. Solo ist der Durchgang spürbar härter, da Gegner in Wellen aus mehreren Richtungen angreifen, doch zu zweit oder zu dritt wird das Spiel zu einem angenehm chaotischen Feuergefecht voller Improvisation. Die Verfügbarkeit im Abonnement half zudem, ein Publikum zu erreichen, das sonst wohl kaum zu einem isometrischen Shooter gegriffen hätte.
Spiel 35 von 164 für Xbox Series X|S