The Company of Myself
The Company of Myself ist ein kurzer Flash-Plattformer, in dem der Spieler lernt, sich buchstäblich auf sich selbst zu verlassen - ein aufgezeichneter Durchgang durch das Level erzeugt einen Klon, der für den Rest des Levels genau dieselben Schritte wiederholt. Nach und nach können bis zu vier Kopien der Hauptfigur gleichzeitig auf der Bühne stehen, die zusammenarbeiten müssen: eine hält einen Hebel gedrückt, eine andere steht auf einer Plattform als Sprungbrett, eine dritte lockt eine Falle weg. Die Steuerung bleibt schlicht - Pfeiltasten und Sprung -, doch die Rätsel zwingen schnell dazu, in mehreren Zeitebenen gleichzeitig zu denken, da jeder Klon genau so auf seine Umgebung reagiert, wie ihn der Spieler zuletzt gesteuert hat. Mit fortschreitenden Levels wächst auch die Zahl der Klone auf dem Bildschirm, sodass aus dem einfachen Prinzip nach und nach eine recht anspruchsvolle Rätsel-Choreografie wird.
Hinter der einfachen Mechanik verbirgt sich eine melancholische Geschichte über Einsamkeit, die das Spiel sparsam erzählt - zwischen den einzelnen Levels, in kurzen Textpassagen eines Erzählers. Pixelgrafik in gedämpften Farben und ruhige Musik unterstreichen das Gefühl der Isolation, ohne dass das Spiel je die Stimme erheben oder zu Pathos greifen würde. Gerade der Kontrast zwischen dem kühlen Logikrätsel und dem emotionalen Unterton macht den Titel zu einem typischen Beispiel der sogenannten "Art Games" vom Ende des Jahrzehnts. Die Stimme des Erzählers rutscht dabei nie ins Erklären ab - sie deutet nur an, warum die Hauptfigur von ihren eigenen Kopien umgeben lebt, und überlässt es dem Spieler, sich den Rest selbst zusammenzureimen.
Es entstand 2009 im Studio 2DArray und gehörte zur Welle unabhängiger Flash-Spiele, die sich über Portale wie Kongregate oder Newgrounds verbreiteten und zeigten, dass ein Browserspiel genauso kraftvoll erzählen kann wie ein Titel mit großem Budget. Bis heute lässt es sich kostenlos im Browser in weniger als einer Stunde durchspielen, was es zu einem idealen Beispiel dafür macht, wie Minimalismus und eine gute Idee Budget und Länge ersetzen können. Dank seiner originellen Mechanik und einfühlsamen Erzählweise genießt es bis heute den Ruf eines Titels, der auch Jahre nach dem Durchspielen nicht vergessen wird.
Warum spielen: Wer in einer einzigen Sitzung ein cleveres Klon-Rätsel mit emotionaler Tiefe erleben möchte, findet in diesem kurzen, kostenlos verfügbaren Spiel genau das.
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