Dandara
Dandara zählt zu den Metroidvanias, die sich nicht scheuen, die grundlegenden Genreregeln infrage zu stellen – die Hauptheldin kann nämlich gar nicht normal gehen oder springen, sondern teleportiert sich zwischen beleuchteten Flächen und kann sich je nach Zielrichtung des Spielers an Decke, Wand oder Boden festhalten. Dieses unkonventionelle Bewegungssystem verändert auch die Logik von Kämpfen und Erkundung, da der Spieler ständig in Bezug auf alle Seiten eines Raums denken muss, nicht nur von links nach rechts. Bei der Touch-Steuerung stellt das zunächst höhere Anforderungen, doch sobald man die Grundlagen beherrscht, macht das Dandara zu einem der frischesten Plattformer seiner Art.
Das brasilianische Studio Long Hat House baute eine Welt namens Salt als zerfallende Zivilisation voller Unterdrückung und vergessener Winkel, die der Spieler nach und nach durch das Sammeln neuer Fähigkeiten freischaltet – das klassische Metroidvania-Prinzip, nur in einem schwarz-weißen, kontrastreichen visuellen Stil mit kräftigen Farbakzenten dargeboten. Die Atmosphäre ist bedrückender und melancholischer als bei den meisten Genre-Vorbildern, was das Spiel auch optisch abhebt und ihm einen unverwechselbaren Ton verleiht.
Das Spiel erschien zunächst für Konsolen und PC, die mobile Version brachte dann denselben Inhalt an die Touch-Steuerung angepasst, einschließlich der Möglichkeit, für eine präzisere Steuerung der Teleportation einen externen Gamepad anzuschließen. Die Portierung gelang, das Spiel behielt Tempo und Schwierigkeitsgrad bei und verlangt beim reinen Spielen auf dem Telefondisplay nur etwas mehr Geduld.
Warum spielen: Ein Tipp für Metroidvania-Fans, die ein Genrestück mit einem wirklich andersartigen Bewegungskern suchen, nicht nur einer kosmetischen Anpassung, auch wenn das Beherrschen der Touch-Steuerung ein wenig Übung erfordert.
Spiel 290 von 363 für Mobil (iOS a Android)