Contre Jour
Contre Jour vom Studio Mokus Games erschien 2011 und gehört zu den mobilen Spielen, die bewiesen, dass ein Physik-Plattformer zugleich ein vollwertiges visuelles Kunstwerk sein kann. Der Spieler steuert ein kleines Wesen namens Petit und verformt durch Berühren des Bildschirms das Gelände selbst – er dehnt und staucht die Landschaft wie eine Gummimembran, um ihn sicher über Abgründe, Stacheln und andere Hindernisse bis zum Ende des Levels zu bringen.
Die Steuerung besteht ausschließlich aus dem Ziehen der Finger über den Bildschirm, wodurch sich die Form des Untergrunds unter und über dem Kopf der Figur ändert – das verlangt eher Gefühl und Geduld als die schnellen Reflexe klassischer Plattformer. Die Rätsel führen nach und nach neue Elemente ein – Gravitationsfelder, die die Fallrichtung ändern, beweglich auf Berührung reagierende Plattformen, Lichtstrahlen und Schatten – und halten so eine gleichmäßige Schwierigkeitskurve von einfachen Anfangsleveln bis zu deutlich anspruchsvolleren späteren Kapiteln.
Die visuelle Seite beruht auf Silhouettengrafik mit markanten Sonnenuntergängen und weichen Farbverläufen zwischen Himmel und Landschaft, begleitet von einem melancholischen Ambient-Soundtrack, der die Einsamkeit des Protagonisten unterstreicht. Diese Kombination erzeugt eine kontemplative, fast traumhafte Atmosphäre, wodurch sich Contre Jour neben andere kunstsinnige mobile Titel seiner Zeit einreiht, etwa das bereits erwähnte Sword & Sworcery. Das Spiel erschien auch auf anderen Plattformen abseits von Mobilgeräten, doch die Touch-Steuerung entspricht seinem Prinzip der Geländeverformung am natürlichsten.
Warum spielen: empfehlenswert für Spieler, die einen ruhigen, ästhetisch fesselnden Puzzle-Plattformer suchen statt schneller Action oder einer harten Herausforderung für Reflexe und Präzision.
Spiel 232 von 363 für Mobil (iOS a Android)