Poom – boxart
PICO-8PICO-8

Poom

Shooter (FPS doom-like) PICO-8 komunita ⏱ Kurz · ca. 1–3 h

Ein vollwertiger Ego-Shooter im Doom-Stil, gepresst in 128×128 Pixel.

Stellen Sie sich Doom vor. Und nun quetschen Sie es in einen Bildschirm von 128×128 Pixeln, beschränken die Palette auf sechzehn Farben und geben dem Schöpfer nur ein paar Kilobyte Code. Das klingt wie eine unmögliche Aufgabe — und genau deshalb ist Poom eines der bewundertsten Stücke, die je auf der Fantasy-Konsole PICO-8 entstanden sind. Es ist ein vollwertiger Ego-Shooter im Stil des klassischen id Software, der dort läuft, wo ihn niemand erwarten würde.

PICO-8 ist eine sogenannte Fantasy-Konsole — eine virtuelle Maschine von Lexaloffle, die absichtlich die strengen Beschränkungen der Acht-Bit-Ära nachahmt. Dem Programmierer stehen nur eine Handvoll Farben, eine winzige Auflösung und harte Grenzen für die Programmgröße zur Verfügung. Gerade in diesen Grenzen wird der Zauber des Community-Schaffens geboren: Jedes Projekt ist ein bisschen ein Wettstreit mit der eigenen Plattform. Poom gewinnt diesen Wettstreit mit Leichtigkeit, denn es beweist, dass selbst Pseudo-3D-Rendering mit texturierten Korridoren in eine so kleine Schachtel passt.

Spielerisch setzt Poom auf die bewährte DNA des Genres: Man bewegt sich durch ein Labyrinth aus Korridoren und Räumen, sammelt Waffen, sucht Schlüssel und schaltet Feinde aus, bevor sie einen selbst ausschalten. Das Tempo ist flott, die Steuerung geradlinig, und das Ganze hat genau die richtige Dosis altmodischer Brutalität, bei der es nicht um Deckung und Regeneration geht, sondern um ständige Bewegung, das Kartieren der Umgebung und das Sammeln von Medikits. Für Fans der Neunziger-Shooter ist es wie ein Händedruck mit einem alten Freund.

Die kulturelle Bedeutung solcher Projekte geht über das Spielen selbst hinaus. Sie zeigen nämlich, dass Kreativität in Beschränkungen blüht, nicht ihnen zum Trotz. Wo dem heutigen Entwickler praktisch unbegrenzte Leistung zur Verfügung steht, muss der Schöpfer für PICO-8 jeden Pixel und jede Codezeile abwägen. Das Ergebnis ist eine Reinheit des Designs, die großen Budget-Titeln oft fehlt. In dieser Hinsicht ist Poom ein Flaggschiff dafür, was es bedeutet, aus wenig viel zu machen.

Da es sich um einen Community-Homebrew-Titel handelt, werde ich nicht vorgeben, genaue Verkaufszahlen oder Auszeichnungen zu kennen — Fantasy-Konsolen leben eher in geteilten Cartridges und der Begeisterung der Autoren als in Ranglisten. Wichtig ist, dass Poom frei verfügbar ist, im Browser und auf Geräten spielbar, die PICO-8 bewältigen, und als Visitenkarte der gesamten Szene dient. Es ist ein kleines technisches Wunder, das ein paar Minuten Ihrer Zeit wert ist.

Warum spielen: Ein Doom-artiger FPS, gequetscht in 128×128 Pixel von PICO-8, ist ein technisches Bravourstück und ein flotter Retro-Shooter in einem — der Beweis, dass Beschränkungen das reinste Design hervorbringen.

Spiel 16 von 29 für PICO-8