Old Man's Journey
Old Man's Journey ist ein ruhiger Spaziergang durch eine hügelige Landschaft, die der Spieler buchstäblich mit dem Finger formt: Durch Ziehen über das Gelände heben und senken sich Hügel, ein Weg entfaltet sich darauf, und der alte Mann geht ihn allein, hält an Hindernissen an und wartet, bis der Spieler eine begehbare Route für ihn schafft. Die Rätsel sind physisch, nicht textbasiert – keine Dialoge, keine Untertitel, nur das Formen der Landschaft, damit der Weg Sinn ergibt, und nach und nach kommen Elemente wie Leitern, Brücken oder Flaschenzüge hinzu, die erweitern, was sich mit dem Gelände anstellen lässt.
Das österreichische Studio, zuvor bekannt für das Plattformspiel And Yet It Moves, tauschte hier Action gegen ein meditatives Tempo und eine Aquarell-Grafik, die zugleich an ein Bilderbuch für Kinder und Erwachsene erinnert, mit einer ruhigen Palette aus Meer, Feldern und Bergdörfern. Die Geschichte eines alten Mannes, der zu Erinnerungen an Familie und vertane Jahre zurückkehrt, wird ausschließlich durch Bilder erzählt: kurze Rückblenden zwischen den Kapiteln zeigen, warum sich der alte Mann auf den Weg gemacht hat, ohne dass ein einziges Wort fällt, und der Spieler setzt die Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart selbst zusammen.
Das Spiel ist kurz, in ein paar Stunden durchspielbar, und es handelt sich um einen einmaligen Kauf ohne Werbung oder In-App-Käufe – was zu Tempo und Stimmung des Spiels passt, denn den Inhalt künstlich zu strecken, hätte ihm geschadet. Die Touch-Steuerung wirkt hier natürlicher als jede alternative Eingabe, weil das Formen des Geländes mit dem Finger selbst die zentrale Spielmechanik ist, nicht nur ein Ersatz für die Tastatur, und das Spiel läuft auch auf älteren Telefonen problemlos.
Warum spielen: Für Spieler, die ein kurzes, melancholisches Erlebnis ohne Eile und ohne Text suchen, bei dem allein die Geste des Landschaftsformens die ganze Geschichte trägt.
Spiel 51 von 363 für Mobil (iOS a Android)