Her Story
Her Story gehört zu den eigenständigsten Adventures seiner Zeit – statt eines klassischen Dialogbaums oder des Durchquerens von Schauplätzen durchsucht der Spieler ein umfangreiches Archiv kurzer Videoclips aus Polizeiverhören, wobei das einzige Werkzeug ein Suchfeld ist. Durch die Eingabe von Schlüsselwörtern deckt man nach und nach Fragmente der Aussagen einer Frau auf, die im Verdacht steht, mit dem Verschwinden ihres Mannes zu tun zu haben, und setzt sich selbst zusammen, was tatsächlich geschehen ist – das Spiel bietet nie eine lineare Abfolge von Ereignissen, nur Fragmente, aus denen der Spieler die Geschichte selbst zusammensetzen muss, wobei die Reihenfolge, in der die Clips entdeckt werden, von Durchgang zu Durchgang variiert.
Auf dem Touchscreen funktioniert die Steuerung überraschend natürlich – das Eintippen von Schlüsselwörtern auf der virtuellen Tastatur und das Antippen von Suchergebnissen entspricht genau dem Erlebnis der Computerversion, ohne dass sich der Zugang zum Spiel ändert. Autor Sam Barlow bewies mit diesem Format, dass ein Adventure nicht auf Inventar und Gegenstandsrätseln beruhen muss, sondern rein als Detektiv-Puzzle über menschliche Erinnerung und Sprache funktionieren kann. Die schauspielerische Leistung in den aufgezeichneten Clips trägt die gesamte Atmosphäre des Spiels und verleiht ihm eine für einen mobilen Titel ungewöhnliche Rohheit.
Es handelt sich um ein einmalig bezahltes Spiel ohne Werbung und Mikrotransaktionen, das in ein bis zwei längeren Sitzungen durchgespielt werden kann. Nach der Veröffentlichung erhielt es außergewöhnlich positive Kritiken und wurde zu einem oft zitierten Beispiel dafür, wie gut ein rein narratives Erlebnis auf Mobilgeräten funktionieren kann.
Warum spielen: Für Spieler, die eine durchdachte Detektivgeschichte ohne Action und ohne Free-to-Play-Elemente suchen – es braucht nur Geduld und Lust, die Bruchstücke selbst zusammenzusetzen.
Spiel 268 von 363 für Mobil (iOS a Android)